6. September | 8 - 18 Uhr

Warum du wählen gehen solltest!

Landtagswahl in Sachsen‑Anhalt

Landtagswahl in Sachsen‑Anhalt

(Und zwar nicht die AfD)

Am 6. September ist Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Es ist die vielleicht wichtigste Wahl überhaupt.

Denn: Die gesichert rechtsextreme AfD ist in Umfragen stärkste Kraft. Und könnte sogar die absolute Mehrheit bekommen.

Je weniger Prozentpunkte sie am Ende erhält, desto besser wird dein Leben sein. Und du kannst direkt etwas dazu beitragen, in dem du wählen gehst und andere motivierst, das auch zu tun.

Noch skeptisch?

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Wer wir sind

Wir sind der Anti-Fake-News-Blog Volksverpetzer.

"Volksverpetzer? Was ist das denn für ein Name?" denkst du dir vielleicht. Das gehört zu unserer Strategie: Mit kreativen Mitteln und Humor schaffen wir Aufmerksamkeit für Fakten und verteidigen die Demokratie. Unser kleines Team klärt in Artikeln und auf Social Media über Desinformation auf – zu 100% durch Crowdfunding finanziert!

Mit dieser Aktion und unserem Aufklärungs-Flyer wollen wir der demokratischen Mehrheit in Sachsen-Anhalt helfen - und dazu kannst du deinen Beitrag leisten. Alle Infos, Texte und natürlich auch die Flyer darfst du auch gerne frei verwenden und teilen – oder mithelfen, dieses Projekt zu finanzieren, damit Aufklärung weiter für alle kostenlos sein kann.

Mehr auf Über Uns – und das sagen andere über uns.

Viel Spaß beim Lesen und Verbreiten der Informationen – und liebe Grüße von unserer Webdesignerin aus Sachsen-Anhalt 🙂

Website made in SachsenAnhalt!

Was ist das für ein Flyer und für eine Seite?

Das ist die ausführliche Info-Seite zu unserem Flyer zur Landtagswahl. Hier erfährst du, warum es sich wirklich lohnt einer demokratischen Partei am 6. September deine Stimme zu geben.

Bei uns findest du:

  • Ausführliche Argumente
  • Alle Behauptungen mit Quellen zum selbst Nachprüfen
  • Anleitungen, was du selbst tun kannst

Wir haben viel Arbeit reingesteckt, um alles verständlich zu erklären und zu belegen. Klappe gerne unten die Argumente aus, um mehr zu erfahren!

Du kannst dir Flyer zum Selbstkostenpreis nach Hause bestellen oder dir selbst welche ausdrucken. Als lokale Organisation kannst du dich auch an redaktion@volksverpetzer.de wenden und wir schicken euch kostenlos Exemplare zu!

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Inhaltsverzeichnis

Weiteres:  Wichtige Artikel  •  Grundlagen  •  Parteien-Check  •  Wahlprogramme  •  Unterstützen  

Alles, was du über die AfD Sachsen‑Anhalt wissen musst

Die AfD ist gefährlich auch für dich und deine Freiheit

Das freundliche Lächeln des Spitzenkandidaten ist Fassade. Der Verfassungsschutz stuft die AfD Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem ein — und wer unten nachliest, versteht sofort, warum.

Mitglieder befürworteten Gefängnisstrafen für Homosexuelle, nannten Feministinnen „missratene Weiber“ und schwarze Menschen in Memes „Sack Grillkohle“. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund war beim Potsdamer Geheimtreffen, als dort die Vertreibung von Millionen Menschen – auch deutscher Staatsbürger – vorgestellt wurde, und erklärte, das „Straßenbild“ müsse sich „innerhalb kürzester Zeit“ ändern: Sachsen-Anhalt solle „für dieses Klientel möglichst unattraktiv“ werden. Das ist die Linie des Landesverbands. Der Verfassungsschutz beschreibt eine Partei, die einen völkischen Volksbegriff verbreitet und auf einen ethnisch „homogenen Staat“ zielt – also auf die Ausweisung aller, die sie für „volksfremd“ erklärt.

Was schlägt diese gesichert rechtsextreme Partei so brutales vor? Unschuldige Schutzsuchende sollen bei der Ankunft enteignet werden, um sie dann in abgelegene Massenunterkünfte zu stecken – notfalls mit elektronischer Fußfessel. An Schulen sollen private, potentiell rechtsextreme Wachleute patrouillieren: „schwarz gekleidet, stramm und Tränengasdose“, wie der Abgeordnete Tillschneider das 2023 im Landtag beschrieb. Was kommt als Nächstes – uniformierte Neonazis mit Schlagstöcken und Elektroschocker auf dem Pausenhof? Und diese Einschüchterung der Kinder soll Schulen sicherer machen?!

Diese Partei will die Schulpflicht abschaffen, Sexualaufklärung abschaffen und Aufklärung über Rechtsextremismus verbieten, manchen Kindern lebenswichtige medizinische Behandlung entziehen – und deutsche Kinder diskriminieren. Damit dagegen niemand aufsteht, plant die AfD den Rest gleich mit: Rundfunkstaatsverträge kündigen, kritischen Lokalmedien den Geldhahn zudrehen, Fördergeld nur noch gegen Patriotismus-Erklärung, AfD-Gegner als Terrororganisation verfolgen, Protestdemonstartionen durch Mindestabstände praktisch unmöglich machen - durchgesetzt mit „unmittelbarem Zwang“, also körperlicher Gewalt durch die Polizei. Das ist die düstere Zukunft die dich mit der AfD erwartet.

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1)    Sie sind gesichert rechtsextrem und gefährden unsere demokratische Grundordnung – und damit deine Freiheiten!

Öffentlich den Hitlergruß zeigen? Das scheint für Martin Reichardt, AfD-Chef in Sachsen-Anhalt kein Problem zu sein, wie erst kürzlich ein Foto, das ihn mit ausgestrecktem Arm zeigt, offenbarte. Neben ihm steht der lachende AfD-Landtagsabgeordnete Tillschneider, der migrantische Kinder pauschal als "Wölfe" bezeichnete und durch seine Aussage "Wer versucht, die AfD zu richten, den richtet die AfD!" einst für Aufsehen sorgte. Doch die beiden sind keine Einzelfälle – das Rechtsextreme und die Aggressivität ziehen sich durch den gesamten Landesverband. Von wegen "bürgerlich". Sie sind verfassungsfeindlich! Das sind alles knallharte Rechtsextreme. 

Das Bundesverfassungsgericht hat drei zentrale Grundprinzipien identifiziert, die für einen freiheitlichen, demokratischen Verfassungsstaat unentbehrlich sind:

  1. das Prinzip der Menschenwürde,
  2. das Demokratieprinzip und
  3. das Rechtstaatsprinzip.

Nach einer umfangreichen Prüfung hat der Verfassungsschutz bestätigt, dass sich der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt gegen diese essenziellen Prinzipien der freiheitlichen Grundordnung richtet. Vor allem die Garantie der Menschenwürde, die wir im ersten Absatz unseres Grundgesetzes festgeschrieben haben, wird von der AfD massiv angegriffen. Der AfD Landesverband verbreitet einen völkisch-abstammungsmäßigen Volksbegriff, welcher als Ziel einen „homogenen Staat“ vorsieht. Diese völkische, rassistische Ideologie hat die brutale Ausweisung (du erinnerst dich an das Potsdamer Geheimtreffen?) und Anders-Behandlung aller, im Sinne der AfD, „Volksfremden“ zur Konsequenz. Diese Rhetorik hat man in unserem Land schon einmal gehört.
(Mehr dazu: Punkt 5)

Zudem greift die AfD Sachsen-Anhalt das Demokratieprinzip (Artikel 20 Absatz 1 GG) an, denn sie zielt auf die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie, wie wir sie jetzt kennen, ab. Damit sie an die Macht gelangen kann, versucht sie mittels Desinformationen und Panikmache das Vertrauen der Menschen in die demokratischen Prozesse zu schwächen. Sie beschwört immer wieder einen nicht-existenten Niedergang herauf, damit ihre Anhängerschaft bereit ist, ihr zu folgen und zur Not einen gewaltsamen Umsturz des politischen Systems herbeizuführen. So wurden zum Beispiel von dem Landtagsabgeordneten Hans-Thomas Tillschneider in Bezug auf die Corona-Pandemie Verschwörungserzählungen verbreitet, dass es geheime Eliten gäbe, die eine "neue Weltordnung" erschaffen wollen. Sechs Jahre später muss man fragen: Wo ist die denn?

AfD und ihr Ethnopluralismus:

„Die Programmatik der AfD Sachsen-Anhalt ist wesentlich von der rassistischen Ideologie des Ethnopluralismus durchdrungen. Dem Ethnopluralismus liegt ein völkisch abstammungsmäßiger Volksbegriff zugrunde. Diese Vorstellung läuft letztlich auf die Schaffung ethnisch reiner Gesellschaften und damit die Ausweisung aller „Volksfremden“ hinaus.
Führende Funktions- und Mandatsträger bedienen sich einer dämonisierenden Wortwahl in Bezug auf Migranten; insbesondere Geflüchtete aus islamisch geprägten Ländern werden pauschal als Kriminelle diffamiert. Eine solche Abwertung von Menschengruppen aufgrund ihrer ethnischen oder religiösen Identität verstößt gegen das Prinzip der Menschenwürde nach Artikel 1 Absatz 1 GG.“

Verfassungsschutzbericht Sachsen-Anhalt, 2025

Aufgrunddessen könnte die AfD sogar verboten werden, wenn man einen Antrag stellen würde.

2)    Sie suchen die Nähe zu gefährlichen, rechtsextremen Organisationen.

Die AfD ist fester Teil der Neonazi-Szene und ihr parlamentarischer Arm. Wenn du an Springerstiefel und Hitlergruß denkst: Genau die. Die AfD in Sachsen-Anhalt sucht bewusst die Nähe in das so genannte „Vorfeld“ – also zu anderen gefährlichen Neonazi-Gruppen. Rechtsextreme Jugend- und Kampfsportgruppen sollen einen Pool an Nachwuchskräften für die AfD bereitstellen. Laut Verfassungsschutz nutzt die AfD Sachsen-Anhalt diese „ideologischen Brücken“ strategisch, um die verschiedenen extremistischen Milieus miteinander zu verbinden und das rechtsextreme Gedankengut des „Vorfelds“ in die breite Gesellschaft zu tragen. So wollen sie die rechtsextreme Gewalt und verfassungswidrige Ideologie Schritt für Schritt normalisieren.

Das beste Beispiel für diese Strategie: die Etablierung und Normalisierung des Begriffes „Remigration“. Das verfassungsfeindliche Konzept der gewaltsamen Vertreibung von Millionen von Menschen (ja, auch deutschen Staatsbürgern!), kommt ursprünglich von dem Faschisten Martin Sellner, der der rechtsextremen Identitären Bewegung angehört. Er propagiert dazu eine Reihe von schrecklichen Maßnahmen, sogar buchstäblich "Ghettogesetze"!

Bei dem Geheimtreffen in Potsdam, bei dem er genau das Remigrationskonzept vorstellte, war auch ein bekanntes Gesicht aus Sachsen-Anhalt vor Ort: Ulrich Siegmund, der Spitzenkandidat der AfD. Diese ideologische Nähe zeigt sich übrigens auch im Parteiprogramm: Siegmund will das Asylrecht abschaffen, Kirchenasylanten abschieben und eine ganze "Taskforce" für Abschiebungen einrichten. Und das könnte erst der Anfang sein.

Dass nicht nur diese menschenfeindliche Politik das Land wirtschaftlich schwächer und unsicherer macht, haben wir HIER erklärt. Und wie die AfD mithilfe der „Dogwhistle“-Strategie nach und nach den Remigrations-Begriff normalisieren will, haben wir auf unserer Wissensplattform Prüfpunkt beschrieben!

Will der AfD-Spitzenkandidat auch deutsche Staatsbürger aus dem Land vertreiben? Siegmund selbst sagte in Potsdam:

"Das Straßenbild müsse sich „innerhalb kürzester Zeit“ ändern. Dafür müsse man ausländische Restaurants unter Druck setzen. Sein Ziel? Es solle in Sachsen-Anhalt "für dieses Klientel möglichst unattraktiv sein zu leben."

Er betonte, dass man das angeblich „sehr einfach“ umsetzen könne, wie Correctiv berichtete. Klingt nach den dunkelsten Stunden der deutschen Geschichte, nicht wahr?

Doch bei der Unterstützung für Sellners rechtsextreme Abschiebe-Pläne bleibt es nicht: Siegmund beschäftigt andere Rechtsextreme, die seinen Wahlkampf organisieren. Seinen Online-Shop betreibt zum Beispiel ein in der rechtsextremen Szene bekannter Neonazi. Und einer von Siegmunds Vertrauten ist so radikal, dass er keinen Hausausweis für den Bundestag erhielt, da er als zu gefährlich eingestuft wurde. Solche Leute drohen, die Macht in Sachsen-Anhalt zu ergreifen.

3)    Sie teilen rechtsextreme Verschwörungsideologien.

Die AfD glaubt und verbreitet absurde Märchen und hängt fanatischen Ideologien an. Mitglieder des Landesverbands Sachsen-Anhalt verbreiten immer wieder die rechtsextreme Verschwörungsideologie des „Großen Austausches“.
So konnte das neue AfD-Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte fanatische Aussagen von den AfD-Politikern Daniel Wald, Christina Baum, Jan Wenzel Schmidt und vielen mehr einordnen, die davon handelten, dass das deutsche Volk angeblich „sterben“ würde, dass es zu einer „Umvolkung“ kommen würde und dass es Zeit für „Widerstand“ wäre. Diese absurde Verschwörungserzählung wird meist mit der pauschalen Abwertung muslimischer Menschen und der (indirekten) Forderung nach Vertreibung in Verbindung gesetzt. Die AfD-Rechtsextremisten leben in einer wahnhaften Scheinwelt.

Hier mehr Infos zur rechtsextremen Verschwörungserzählung des "Großen Austauschs".

Brauchst du Beispiele?

Daniel Wald, MdL, schrieb 2021 auf TikTok:

Ich stehe hier, weil ich den Blicken meiner Kinder nicht ausweichen möchte, wenn sie mich eines Tages fragen, was hast du getan, was hast du getan, was hast du getan, als unser Volk zu sterben drohte.“

Was soll das überhaupt bedeuten?!

Und Christina Baum (MdB) schrieb 2018 auf Telegram:

„Glaubt nicht ihren Lügen von Vielfalt und Buntheit. Massenmigration ist zerstörerisch! Schaut hin, was passiert! [...] Die Zerstörung unseres ethnisch homogenen Volkes wurde bewusst und wissentlich der Folgen eines solchen Experimentes herbeigeführt. Wer verharmlost oder schweigt, ist mitschuldig an diesem Verbrechen. Allen voran die Medien. Auch diese müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Sowas sagt doch kein normaler Mensch. Das klingt für dich nicht zufällig nach Arierausweis & Co. Ein ethnisch homogenes Volk hat es nie gegeben, außer in der Propaganda der Nazis. Diese abnormalen Aussagen verbreiten sie, um ihre verfassungsfeindlichen und rassistischen Forderungen zu legitimieren. Derartige völkische Rassentheorien waren auch ideologische Grundlage für diverse Attentate, wie zum Beispiel in Christchurch, als 49 Menschen ermordet wurden. Es ist erschreckend, wie oft AfDler aus Sachsen-Anhalt sich trauen, ihr rechtsextremes Geschwurbel öffentlich preiszugeben. Kein Wunder, dass sich im Umfeld der AfD offenbar so viel Terroristen tummeln, und welche, die es werden wollen:

Alle Fälle von Terror im AfD-Umfeld: Die ganze Chronologie

Willst du, dass solche Menschen an Regierungsmacht kommen?

4)    Sie gefährden deine Kinder.

Aber auch wenn du keinen Migrationshintergrund hast, bist du nicht sicher vor der AfD: Mit ihrer Politik gefährdet die AfD auch deine Kinder, indem sie ihre Rechte in Frage stellt, ihnen den Zugang zu Aufklärung verwehrt, die Schulpflicht abschafft und manchen Kindern sogar ärztliche Versorgung verbieten möchte. DAS sind ein paar der haarsträubenden Forderungen der AfD Sachsen-Anhalt im Wahlprogramm, die deine Kinder in Gefahr bringen:

Sie stellen Kinderrechte in Frage:

Die AfD diffamiert die Errungenschaft der Kinderrechte als „Versuch, staatliche Eingriffe in das Familienleben zu erleichtern“ und möchte deswegen der Landesverfassung einen neuen Absatz hinzufügen: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuerst ihnen obliegende Pflicht." Was das für Fälle von Missbrauch durch die Eltern bedeutet, dazu äußert man sich nicht. Was die AfD ignoriert: Manchmal müssen Kinder vor ihrem Umfeld geschützt werden. Für diese Fälle braucht es Kinderrechte und soziale Auffangnetze. Diese „staatlichen Eingriffe“, die die AfD so gern beseitigen möchte, dienen dem Schutz der Kinder und können überlebenswichtig sein.

Sie wollen die Schulpflicht abschaffen:

Ja, du hast richtig gelesen: Die AfD will in Sachsen Anhalt die Schulpflicht abschaffen. Pädagogen, Schülervertreter und Eltern warnen schon lange vor den sozialen Risiken.

Sie verwehren Kindern den Zugang zu Aufklärung und sorgen für ein Klima der Angst an Schulen

Sie wollen Aufklärung über Rechtsextremismus unterbinden und auch die Aufklärung über Sexualthemen soll verboten werden. Das ist gefährlich, denn die Anzahl rassistischer Vorfälle an Schulen, befindet sich schon jetzt auf hohem Niveau. Frühzeitig in der Schule Aufklärung zu betreiben, kann präventiv wirken und betroffenen Kindern das Gefühl geben, dass sie gesehen und ernst genommen werden. Lehrer, die sich demokratiefördernd einsetzen (wie es ihr Auftrag ist!), werden bedroht und angefeindet. Damit fördert die AfD ein Klima der Angst an Schulen. Ähnlich sieht es bei der Sexualaufklärung aus: Durch das Erlernen der eigenen Grenzen und der eigenen Anatomie lernen Kinder, Übergriffe überhaupt erst zu erkennen und sich zu wehren. Durch die Abschaffung dieser Präventivmaßnahmen gefährdet man die Kinder, denen das nötige Wissen zum Selbstschutz fehlt. Will die AfD verschlechtern, dass sich Kinder vor Übergriffen wehren könnten?

Sie wollen verfassungswidrig einige deutsche Kinder von Familienförderung ausschließen.

Besonders perfide ist das geplante „Kinderwillkommensgeld“: 2.000 Euro für die ersten beiden Kinder, 4.000 Euro für jedes weitere -aber nur, wenn mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Im Klartext: Ein deutsches Kind mit deutschem Pass, das hier geboren ist und hier aufwächst, bekäme keinen Cent - nur weil seine Eltern keine Deutschen sind. Das dürfte verfassungswidrig sein: Wenn der Staat Familien fördert, darf er das nicht auf deutsche Kinder oder deutsche Eltern beschränken. Ehe und Familie stünden unter dem Schutz des Grundgesetzes — und zwar alle Familien, egal ob die Eltern Ausländer sind und sogar egal, ob das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Es sind gleich drei Verstöße: gegen das Familiengrundrecht, gegen das Verbot der Diskriminierung wegen der Abstammung und gegen die Menschenwürdegarantie. Letzteres ist übrigens eine ausreichende Bedingung für ein Verbot der Partei durch das Bundesverfassungsgericht.

Kindern (zum Teil überlebenswichtige) ärztliche Versorgung wegnehmen

Was die AfD nicht wahrhaben will: Alle Kinder haben Rechte und medizinische Versorgung verdient. Ja, auch trans Kinder. Diese sollen aber, wenn es nach der AfD ginge, nicht mehr behandelt werden. Unterbindet man trans Menschen ihre geschlechtsangleichenden Behandlungen, kann das laut Human Rights Watch zu Angststörungen, Depressionen und bis hin zum Suizid führen. Auch hier würde die Politik der AfD aktiv Kinderleben gefährden.

Sie wollen mit Tränengas bewaffnete, potentiell rechtsextreme Wachleute in Schulen aufstellen

Der Landtagsabgeordnete Tillschneider bezeichnete migrantische Kinder als „Wölfe“ und „Kriminelle“. Deswegen wollen sie Kindern sogar den Zugang zum regulären Klassenzimmer verweigern (mehr dazu HIER). Zudem soll es einen „Wachdienst“ an Schulen geben: Das könnte Kindern (insbesondere denen mit Migrationshintergrund, die die AfD sowieso unter Generalverdacht stellt) Angst machen. Partei-Vize Hans-Thomas Tillschneider sagte bereits 2023 im Landtag, wie er sich das vorstellt: „schwarz gekleidet, stramm und Tränengasdose“.

Das könnte ein Einfallstor für Neonazis sein, deine Kinder mit Indoktrinationsversuchen zu belästigen: Rechtsextreme drängen gezielt in die Sicherheitsbranche: Sie bewerben sich dort oder gründen selbst Firmen, weil laut brandenburgischem Innenministerium „Uniformierung“, „Bewaffnung“ sowie „die Ausübung von Macht und Dominanz“ für sie attraktiv sind — der Verfassungsschutz meldete seit 2019 mindestens 480 einschlägige Verdachtsfälle in der Branche. Solche Leute bekämen mit dem Schul-Wachdienst direkten Zugang zu Kindern. Und dass die AfD Schulhöfe als politisches Terrain betrachtet, hat sie längst bewiesen: 2018 verteilten ihre Landtagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt und Hans-Thomas Tillschneider vor Schulen in Halle Flyer mit einem Fragebogen.

Obwohl Kinder einfach nur in einer harmonischen und ruhigen Umgebung in den Pausen spielen wollen, will die AfD die Schulen militarisieren?! Wieder zeigt sich: Die AfD verfolgt ein Klima der Einschüchterung an Schulen und Kinder werden bewusst durch Sprache und falsche Anfeindungen entmenschlicht.

5)    Sie treten die Menschenwürde mit Füßen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar? Nicht, wenn es nach der AfD geht:

Sie teilt Menschenleben unterschiedlichen Wert zu und will zum Beispiel eine Anders-Behandlung von Menschen auf der Flucht, von Menschen mit Migrationshintergrund und queeren Menschen durchsetzen. Auch Musliminnen und Muslime werden im AfD-Wahlprogramm diffamiert und angegriffen. Man wolle "alle Möglichkeiten ausschöpfen", um die muslimische Religion zu beschränken. Sie schreiben abwertend von einer fiktiven "Islamlobby" und queere Menschen werten sie im offiziellen Wahlprogramm immer wieder als "sexuelle Abweichungen" ab. Transmenschen wird direkt das ganze Existenzrecht abgesprochen. Das AfD-Wahlprogramm will Feindbilder etablieren, um anschließend menschenfeindliche Forderungen auszusprechen.

Damit wollen sie wohl von ihrer politischen Unfähigkeit ablenken. Denn das Ironische dabei ist, dass sie einen Großteil dieser absurden Forderungen gar nicht durchsetzen könnten*, weil sie nicht auf Länder-, sondern auf Bundes- oder sogar EU-Ebene entschieden werden. Beispiel gefällig?

Sie wollen das GRUNDRECHT auf Asyl abschaffen und durch ein "Gnadenrecht" ersetzen. Dabei ignorieren sie, dass das Grundrecht auf Asyl nicht nur in der Charta der Grundrechte der EU, sondern auch im deutschen Grundgesetz festgeschrieben ist.
Und das
im Übrigen – kleine Geschichtsstunde – als direkte Reaktion auf die grausame Vertreibung von Menschen durch Hitlers Nazi-Regime entstanden ist. Es hat nämlich einen guten Grund, dass Menschen, die verfolgt, gefoltert und durch Krieg bedroht werden, ein Recht auf Asyl haben.

* Wie die AfD dich mit Forderungen täuscht, die gar nicht umsetzbar sind, erfährst du HIER!

Aber das ist bei weitem nicht alles, die Liste der Horror-Forderungen ist lang: Sie wollen dafür sorgen, dass Asylantragsberechtigte bei ihrer Ankunft um ihre Bargeldbestände, Kreditkarten und Vermögenswerte, beraubt werden. So heißt es im Wahlprogramm: "Dabei identifizierte Vermögenswerte müssen – soweit möglich – zur Deckung von Versorgungskosten genutzt werden." Der Plan, Menschen ihres eigens erarbeitenden Geldes zu berauben, nur um sie dann in möglichst abgelegene Massenunterkünfte zu stecken, ist menschenunwürdig. Es erinnert an den NS-Staat, der sich jüdisches Eigentum einverleibte, bevor die jüdischen Bürgerinnen und Bürger in Konzentrationslager gesteckt wurden.

Auch über den Einsatz von Fußfesseln für geflüchtete Menschen und eine Abschiebe-"Taskforce", die sich wie eine deutsche Version der brutalen US-amerikanischen ICE-Schergen anhört, wird im Wahlprogramm geschwafelt.

Es ist dir vielleicht schon aufgefallen: Das hat rein gar nichts mehr mit Sachsen-Anhalt zu tun oder deinem Leben und Alltag in diesem Bundesland.
Und selbst wenn sie es umsetzen könnten, würde das Chaos, Gewalt und schreckliche Lebensbedingungen für Menschen bedeuten, die sowieso schon Schlimmstes durchlebt haben. Sie wollen um jeden Preis Hass verbreiten und Misstrauen schüren und stürzen sich deswegen auf diejenigen, die es ohnehin schon schwer haben.

In einer Demokratie ist Minderheitenschutz aber immer auch ein Mehrheitsinteresse. Denn werden die Rechte von Wenigen angegriffen, stehen die Rechte von allen in Frage. Deswegen betreffen diese menschenfeindlichen Pläne uns alle!

6)    Sie wollen dir deine Freiheiten nehmen und dich mundtot machen.

Stell dir mal vor, du darfst öffentlich nur noch das sagen, was mit der rechtsextremen Meinung deiner Regierung übereinstimmt. Stell dir mal vor, Initiativen, die sich für die Demokratie einsetzen, werden dichtgemacht oder finanziell niedergestreckt. Stell dir mal vor, dein Lieblingsradiosender darf nicht mehr senden und die freie Presse wird massiv bedroht und eingeschränkt.
Unvorstellbar? Tja, das ist so ziemlich genau das, was die AfD in Sachsen-Anhalt plant.

Als erster Punkt auf ihrem geplanten Sofortprogramm steht "Rundfunkstaatsverträge kündigen". Damit will man den durch die Verfassung geschützten öffentlich-rechtlichen Rundfunk und mit ihm die Pressefreiheit angreifen und die Medienlandschaft in Sachsen Anhalt ins Chaos stürzen. Als Alternative will man ein eigenes, neues Mediensystem auf die Beine stellen. Wie viele Journalist:innen ihren Job verlieren würden, wie die Pressefreiheit in diesem "AfD-System" gesichert werden würde und wie das ganze finanziert werden soll – das alles kann oder will man in der AfD nicht sagen. Der AfD gefällt es wohl nicht, dass freier Journalismus existiert. Und das ist nichts Neues. Immer wieder werden Journalist:innen durch AfD-Politiker von ihrer Arbeit gehindert oder bedroht.

Dazu passt auch: alle Finanzierungsschüsse für freie Radios sollen überprüft werden. Dass sie dem besonders bürgernahen, nicht-kommerziellen und mehrfach ausgezeichneten Lokalradio "Corax" den Geldhahn komplett zudrehen wollen, haben sie schon entschieden. Irgendwas an der Bürgernähe und Vielfalt des Programms scheint der AfD Angst zu machen. Denn als Begründung wird unter anderem genannt, dass das Lokalradio der "perversen Regenbogenideologie" eine Plattform bieten würde.

Also wenn du weiter Zugang zu Fakten und verschiedensten öffentlichen Meinungen haben willst, dann wähl eine Partei, die du danach noch kritisieren darfst.

7)    Sie wollen eine Kultur der Angst und Einschüchterung etablieren.

Die AfD will freie Fahrt für Hass, Hetze und Einschüchterung: Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll abgeschafft werden. Das ist ein Gesetz zur Bekämpfung von Hasskriminalität und strafbaren Inhalten in sozialen Netzwerken. Es wurde 2014 größtenteils vom europäischen Digital Service Act (DSA) ersetzt, deshalb ist die Forderung etwas unsinnig. Aber auch den DSA will die AfD "überprüfen". Gesetze wie diese sorgen dafür, dass sich Menschen sicherer im Netz bewegen können und keine Angst davor haben müssen, ihre Meinung zu äußern. Schon jetzt trauen sich mehr als die Hälfte (57%) der Befragten einer Studie aus Angst seltener im Netz ihre eigene politische Meinung zu sagen. Das ist genau das, was die Rechtsextremen mit ihrer Hetze, ihren Drohungen und Hasskampagnen bewirken wollen.

Auch das „Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ soll überprüft, beziehungsweise in Teilen rückgängig gemacht werden. Dabei braucht es besonders jetzt eine systematische Bekämpfung der rechtsextemen Hasskriminalität. Denn die feindliche Stimmungsmache der AfD betrifft schon heute viele Menschen in Sachsen-Anhalt. Die Geschäftsführerin des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA), berichtet:

"Wir konnten als Landesnetzwerk eine extreme Zunahme rassistischer Vorfälle feststellen. 80 Prozent unserer Mitglieder denken darüber nach, Sachsen-Anhalt zu verlassen."

Wie die AfD Menschen, die die Demokratie verteidigen und sich für Vielfalt einsetzen, verfolgen will, sieht man am Beispiel antifaschistischer Organisationen. Diese sollen, wenn es nach der AfD ginge, gebündelt als eine nicht extistente "Antifa" als Terrororganisation eingestuft und mit allen Mitteln bekämpft werden. Da es eine einzelne Organisation namens "Antifa" nicht gibt, dürfte wohl die AfD entscheiden, wer dazu gehört und wer nicht – und kann dann alle ihr unliebsamen Organisationen gleich mit kriminalisieren.

Gesinnungsprüfung

Wenn du als Verein von Steuergeldern gefördert werden willst, dann nur, wenn du eine AfD-Patriotismus-Erklärung abgibst – dafür würde eine AfD-Landesregierung sorgen. Auch diese Forderung im Parteiprogramm wirkt wie eine Drohung: Bekenne dich zu unserer Ideologie oder schau, wo du bleibst. (Mehr dazu hier.)

Und wehe, du positionierst dich demokratisch und gegen Rechtsextremismus auf der Straße: Die AfD will direkte Gegendemonstrationen durch die Forderung einer "angemessenen Mindestdistanz" wohl quasi unmöglich (je nachdem wie diese konkret aussähe) machen. Im Falle, dass sich daran nicht gehalten wird, wollen sie "unmittelbaren Zwang", sprich körperliche Gewalt, Hilfsmittel der körperlichen Gewalt oder Waffen durch die Polizei anwenden. Sieht so Meinungsfreiheit aus?

All das zeigt: Sie wollen ein Klima der Angst und sie drohen dir mit diesem Wahlprogramm. Denn der schleichende Umbau von der Demokratie in ein autoritäres Regime beginnt immer mit der Einschränkung von Presse und Zivilgesellschaft. Das darfst du nicht zulassen. Vielleicht bist du kein Migrant, nicht queer, kein Journalist oder nicht antifaschistisch aktiv und denkst, dich würde all das nicht treffen. Aber du kannst ganz schnell der nächste sein.

Die AfD wird dich ärmer und dein Leben unsicherer machen

Wenn du nicht reich bist, dann wird die AfD dafür sorgen, dass es dir noch schlechter geht. Die AfD wird dem Haushalt viel Geld kosten und massiv der Wirtschaft schaden und viele Arbeitsplätze zerstören.

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat die bezifferbaren Wahlversprechen durchgerechnet: 913 Millionen Euro jährlich will die AfD ausgeben – am Ende bleiben 1,7 Milliarden Euro ungedeckt, und Spitzenkandidat Siegmund kann auf Nachfrage des MDR nicht erklären, woher das Geld kommen soll. Zahlen würdest du.

Gleichzeitig will die AfD auf „kulturfremde Fachkräfte" verzichten – in dem Bundesland mit der ältesten Bevölkerung Deutschlands, wo 14,2 Prozent der Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland kommen. Der Chef der IHK Halle-Dessau sagt: Wer niemanden mehr aus dem Ausland hereinlassen will, lege „die Axt an die Wurzel dessen, was Wohlstand ausmacht". Dazu zehn Prozent Kürzung in allen Ministerien, Behördenschließungen und Vereinsförderung nur noch gegen Patriotismus-Bekenntnis: Die GEW erwartet massiven Stellenabbau für zehntausende Beschäftigte in Wohlfahrt, Jugendhilfe und Kultur. Massenentlassungen durch die Bank.

Sicherer wird auch nichts, im Gegenteil. Die AfD will eine „freiwillige Bürgerwacht" aufbauen – der Chef der Gewerkschaft der Polizei warnt, solche Bürgerwehren „greifen willkürlich Leute auf, drangsalieren sie, verprügeln sie". Viele ihrer Maßnahmen sind Brandbeschleuniger für Kriminalität. „Meinungsstraftatbestände" sollen „entschlackt" werden – Hass und Drohungen gegen dich also weniger verfolgt werden. Und für deine Kinder? Maximal 25 Prozent dürfen aufs Gymnasium, Schluss mit Inklusion in einem Land, das dabei ohnehin Schlusslicht ist, und Lehrkräfte, denen ein eigenes „Neutralitätsgebot" den Mund verbieten soll.

Die Wirtschaft wird massiv geschwächt, Arbeitsplätze zerstört, Unterstützung wird gestrichen, das Land wird unsicherer und krimineller und deine Kinder schlechter gebildet. Wer würde das wollen?

Wichtig: Wir berichten in diesem Teil darüber, was die Pläne der AfD für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt bedeuten würde, für welche Migration ein essenzieller Faktor ist. Deswegen ist es uns wichtig, hier nochmal zu betonen, dass die Achtung der Menschenwürde und ein respektvoller Umgang unabhängig vom "wirtschaftlichen Nutzen" einzelner Menschengruppen sind. Diese Grundrechte muss man sich nicht "verdienen", sie sind unantastbar.

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1)    Die AfD gefährdet Arbeitsplätze

Die AfD Sachsen-Anhalt hat gleich ein ganzes Bündel an Maßnahmen in ihrem Wahlprogramm, die Arbeitsplätze kosten werden. Dabei geht es um die freie Wirtschaft, beispielsweise die Gastronomie, die Pflege und Medizin, die Landwirtschaft, den öffentlichen Dienst sowie Arbeitsplätze an Hochschulen und in den Medien.

Fachkräfte

Die AfD will "Folgeprobleme vermeiden, auf kulturfremde Fachkräfte verzichten". Fachkräfte sollen nicht in anderen Ländern angeworben werden, generell will die AfD das Fachkräfteproblem nur durch gesteigerte Geburtenraten, dem Verhindern der Abwanderung deutscher Fachkräfte und Künstliche Intelligenz lösen. Ihre rassistischen Gründe dafür kann man im Wahlprogramm nachlesen. Aber auch ganz abgesehen von dem moralischen Problem, wird das nicht funktionieren. Warnungen kommen aus den verschiedensten Richtungen.

Zum Beispiel Reint Gropp, Wirtschaftsforscher und Präsident vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Er sagt, dass Sachsen-Anhalt mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren und der ältesten Bevölkerung Deutschlands in hohem Maß auf Zuwanderung angewiesen sei: "Es ist ein Fehler, sich aus irgendeinem Grund auf nur Deutsche im Ausland zu konzentrieren." Die Syrerinnen und Syrer, die 2015 nach Sachsen-Anhalt gekommen wären, seien beispielsweise mittlerweile zum großen Teil sehr gut in den Arbeitsmarkt integriert.
Sie sind Teil unserer Gesellschaft geworden und bereichern diese. Sie arbeiten, zahlen Steuern und zahlen in die Sozialkassen ein. Nicht nur schaden Ausgrenzung bis hin zur Vertreibung unserer Gesellschaft und Wirtschaft, sondern bedeutet vor allem für die Betroffenen erneute Entwurzlung und Sicherheitsrisiko.

Auch die Bildungsgewerkschaft GEW warnt, dass ausländische Fachkräfte in Sachsen-Anhalt in Pflege, Medizin und Gastronomie systemrelevant seien. So sind laut dem Ärzteblatt 14,2 Prozent der Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland, die meisten arbeiten in Kliniken. Und es fehlt immer noch Personal! Die Pläne der AfD würden Chaos in Kliniken anrichten und können damit sogar Menschenleben gefährden.

Im Notfall gut versorgt werden? Das würde mit der AfD schwerer werden.

Ein Fokus auf deutsche Fachkräfte würde zu dauerhafter Überlastung der Angestellten führen. Und Geschäfte mit zu wenig und überlastetem Personal halten sich nicht ewig. Ein staatlich gesteuerter KI-Beschleunigungsprozess ohne schützende Begleitmaßnahmen gefährde außerdem vor allem Arbeitsplätze in den unteren und mittleren Lohngruppen, so die GEW. Viele Engpassberufe in Sachsen-Anhalt können auch nicht gut von KI ersetzt werden: beispielsweise Pflege, Gastronomie, Sozialpädagogik.

Landwirtschaft

Auch in der Landwirtschaft sieht es ohne ausländische Saisonarbeiter in Sachsen-Anhalt düster aus. Während schon seit 2015 jedes Jahr weniger Menschen in diesem Bereich arbeiten, hat sich die Zahl der ausländischen Beschäftigten mehr als verdoppelt, schreibt die Bundesagentur für Arbeit. Diese Menschen halten die Landwirtschaft am Laufen.

Außerdem will die AfD langfristig daraufhinarbeiten*, aus der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU auszusteigen. Das wird Sachsen-Anhalt alleine gar nicht können, aber sollte die EU-Förderung wegfallen, hätten viele Betriebe in Sachsen-Anhalt ein riesiges Problem und müssten aufgeben, so die GEW. Die Politik der AfD zerstört unsere Wirtschaft.

*Wichtig: Die AfD schreibt bei Forderungen, die gar nicht im Zuständigkeitsbereich des Landes liegen meist Formulierungen wie, sie „wird sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass…", – dann ist es technisch kein gebrochenes Versprechen, weil sie ja nur ankündigt, sich zu bemühen. Das ist nur ein rhetorischer Trick, um Kritik daran zu erschweren. Es ändert sich nichts daran, dass eine Stimme für die AfD Sachsen-Anhalt bei dieser Wahl nichts davon umsetzen kann: Dafür bräuchte die AfD eine Mehrheit im Bundesrat oder die Bundesregierung. Deine Stimme bei der Landtagswahl ändert daran nichts. Sie weckt also Hoffnungen, von denen sie weiß, dass sie sie nicht erfüllen kann.
Ich kann auch bei der Wahl zum Kaninchenzüchterverein-Präsidenten versprechen, mich dafür einzusetzen, dass alle von der Regierung ein Gratis-Eis erhalten. Wer mir das glaubt, wird am Ende trotzdem kein Eis haben. Und daran ist nicht die Regierung Schuld.

Sozial- und Kulturarbeit

Auch in der Sozial- und Kulturarbeit wird es Entlassungen geben, wenn es nach dem Willen der AfD geht. Sie will nämlich Vereinsförderungen an ein "glaubhaftes Bekenntnis zur demokratischen Ordnung und zu einer patriotischen Grundhaltung" knüpfen. Möchte ein Verein das nicht (weil er sich nicht zu den Vorstellungen der AfD einer "patriotischen Grundhaltung" bekennen will zum Beispiel) oder wird ihm die Glaubhaftigkeit nicht anerkannt (weil es beispielsweise ein offen antifaschistischer oder pro-migrantischer Verein ist), gibt es kein Geld mehr. "Da ein Großteil der Sozial- und Kulturarbeit in Sachsen-Anhalt über geförderte Träger läuft, würde dies für zehntausende Beschäftigte in der freien Wohlfahrtspflege, Jugendhilfe und Kulturarbeit massive Stellenabbau- und Trägerauflösungsrisiken bedeuten", schreibt die GEW.

Behörden

Auch Beamtinnen und Beamte müssten unter einer AfD-Regierung um ihren Arbeitsplatz bangen. Die AfD fordert in Sachsen-Anhalt eine "pauschale Ausgabenkürzung von mindestens 10 Prozent in allen Ministerien", will die Ministerien reduzieren, die Landesenergieagentur (LENA) und die Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) schließen, das Landesverwaltungsamt schließen, Sonderbeauftragte für Gleichstellung und Diversität abschaffen und generell Personal zusammenstreichen.

Laut der GEW wird all das zu Stellenabbau, dem Einfrieren von Beförderungen und ungewollten Versetzungen führen und für Unsicherheit, Durcheinander und steigenden Arbeitsdruck bei weniger Ressourcen in den Behörden sorgen. Dass die Behörden dadurch nicht besser arbeiten werden, ist klar.

Schlechtere Leistungen von Behörden

Denn auch wenn ihr keinen Job in einer Behörde habt, würdet ihr unter diesen Änderungen leiden. Man kann nämlich davon ausgehen, dass das mindestens kurz- und wahrscheinlich auch langfristig zu einem Chaos führen würde, das sich auch auf alle Dienste, die man so in Anspruch nehmen muss, auswirken würde. Sachsen-Anhalt gilt im deutschlandweiten Vergleich aktuell als besonders effizient in der Verwaltung, weil das Personal gut organisiert wird. Hier mit der Machete durchzugehen, würde zu Chaos führen. Deine Anträge und Anfragen würden sich sicherlich verzögern und es würden sich Fehler einschleichen.

Außerdem würden die Energie-Beratungsangebote der LENA wegfallen, sowie die Leistungen der IMG beim Anwerben von Investoren und Touristen. Bei der Auflösung des Landesverwaltungsamts wären Übergangsprobleme besonders bei der Erstellung von Schwerbehindertenausweisen kritisch. Und die Abschaffung der Sonderbeauftragten kostet nicht nur ihre Jobs, es wäre fatal. Von Diskriminierung Betroffene würden sich in einem solchen Klima, wenn möglich wohl von Sachsen-Anhalt abwenden. Was wiederum zu einem noch stärkeren Wegzug junger Frauen führen würde. Schlechtere Angebote für Migrantinnen und Migranten würden Integration auch in den Arbeitsmarkt erschweren.

Nein, wir sind immer noch nicht am Ende der betroffenen Berufsgruppen. Auch in der Wissenschaft und den Medien gefährdet die AfD Arbeitsplätze.

Wissenschaft

Die AfD will "unseren Einfluss als Landesregierung nutzen, um darauf hinzuwirken, dass die Geisteswissenschaften wieder einem wissenschaftlichen Anspruch genügen" und unter anderem Gender-Studien abschaffen, was nur eine Scheinbegründung für ihre ideologische Ablehnung ist. Dass eine Partei, die den wissenschaftlichen Konsens zum menschengemachten Klimawandel leugnet, von "wissenschaftlichen Ansprüchen" redet, ist ein Hohn. Das würde laut GEW vermutlich auf die Streichung institutioneller Förderstrukturen hinauslaufen, was natürlich Arbeitsplätze in der Forschung kosten würde.

Auch das Centrum für Hochschulentwicklung sieht die Gefahr, dass "Stellen, Professuren, Studiengänge und Forschungsförderung" gekürzt werden könnten: "Langfristig würde dies die Arbeits- und Entwicklungsfähigkeit der betroffenen Bereiche elementar gefährden", schreibt das Zentrum in seiner Analyse.

Auch die AfD-Forderung in Sachsen-Anhalt das Bologna-System abzuschaffen, also von Bachelor-/Master-Abschlüssen zurück zu Diplom und Magister zu wechseln, hätte laut Expertinnen und Experten verheerende Folgen. Abschlüsse aus Sachsen-Anhalt wäre nicht mehr automatisch in der ganzen EU anerkennbar, schreibt die GEW. Eva Gerth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft befürchtet, dass in einem solchen Fall weniger Wissenschaftler und Studierende nach Sachsen-Anhalt kommen würden. Das Centrum für Hochschulentwicklung sieht eine "Schwächung der Anschlussfähigkeit und Vergleichbarkeit deutscher Studienabschlüsse im europäischen Hochschulraum", die die Hochschulen insgesamt unattraktiver machen würde. All das würde zu Geldproblemen und Stellenabbau führen.

Und auch die Ankündigung der AfD Sachsen-Anhalt, dass sich die Wissenschaft über eine staatliche Grundfinanzierung statt über Drittmittel finanzieren soll, wird nicht dabei helfen, Finanzprobleme zu umgehen. So stellen Experten von der Deutschen Forschungsgesellschaft, der Hochschulrektorenkonferenz und vom Wissenschaftsrat in der FAZ fest: "Projekte würden sich demnach nicht mehr dem Wettbewerb und wissenschaftsgeleiteten Verfahren stellen müssen, sondern würden ausschließlich im Rahmen der Grundfinanzierung realisiert – über deren Höhe die Landespolitik entscheidet und nicht die Wissenschaft." Dieser starke politische Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit würde wohl viele Forschende abschrecken. Die AfD will ganz alleine entscheiden, wer worüber forschen darf.

Und schon bei der Umstellung würden Arbeitsplätze verloren gehen, befürchtet die GEW: "ein Einbruch der Drittmittelförderung in Sachsen-Anhalt [würde] zahlreiche befristete wissenschaftliche Stellen gefährden – auch wenn gleichzeitig eine stärkere Grundfinanzierung versprochen wird, ist ein nahtloser Übergang realistisch nicht zu erwarten."

Medien

So, und zum Schluss, wenig überraschend: Die, von der AfD geplante, Kündigung der Rundfunkstaatsverträge würde Arbeitsplätze beim MDR kosten. Wenn Sachsen-Anhalt sich komplett vom MDR abwendet, blieben die Mitarbeitenden zwar beim MDR angestellt, in Sachsen-Anhalt arbeiten könnten sie aber natürlich nicht mehr. Sie müssten den Job oder das Bundesland wechseln. Was rechtlich nach einer Kündigung passieren würde, steht in den Sternen, da das Grundgesetz eine öffentlich-rechtliche Rundfunk-Grundversorgung fordert. Die GEW geht aber schon bei einer Ankündigung einer solchen Kündigung von großer Unsicherheit im Sender, Investitionsstopps und Stellenabbau aus.

2)    Die AfD schadet der gesamten Wirtschaft und macht alles teurer

Wenn du in der Pflege, Medizin, Gastronomie, Landwirtschaft, Forschung, der öffentlichen Verwaltung oder den Medien arbeitest, oder in irgendeinem anderen Bereich, der ohne Fachkräfte aus anderen Ländern nicht überleben wird, dann ist dein Arbeitsplatz von der angekündigten AfD-Politk akut bedroht.

Und wenn nicht? Dann wird dich die AfD trotzdem ärmer machen. Weil sie der ganzen Wirtschaft in Sachsen-Anhalt schaden wird.

Eine Lücke von 1,7 Milliarden Euro

Das Leibniz-Institut hat ausgerechnet (ab Minute 11:27), dass die bezifferbaren Wahlversprechen der AfD jährlich 913 Millionen Euro kosten würden. Da die AfD auch ankündigt, keine Schulden mehr machen zu wollen (aktuell hat Sachsen-Anhalt eine jährliche Neuverschuldung von 1 Milliarde Euro), kommt das Institut auf ein Defizit von 1,9 Milliarden Euro. Kompletteinsparungen bei Asyl und Verwaltung (fraglich ob "komplett" auch gelingt) würden maximal 200 Millionen Euro gegenfianzieren. Ergo: Im aktuellen Wahlprogramm der AfD bleiben 1,7 Milliarden Euro ungedeckt. Erklären, woher das Geld kommen soll, kann Siegmund auf Nachfrage des MDR (ab Minute 12:20) nicht. Es wird wohl auf nicht eingehaltene Wahlversprechen und/oder Kürzungen oder Abgabenerhöhungen hinauslaufen.

Pläne der AfD: "Wirtschaftsschädlich"

Aber nicht nur beim Blick auf den Landeshaushalt schütteln viele den Kopf. Thomas Brockmeier, der Chef der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau wird im Deutschlandfunk-Interview deutlich: "Die Verflechtung in die internationale Arbeitsteilung, mit Menschen, mit ausländischem Kapital hat diesem Land extrem gut getan. Wer eine Art Nationalisierungstrategie fährt, wer keine Menschen mehr aus dem Ausland in dieses Land lassen will, der legt die Hand oder die Axt an die Wurzel dessen, was Wohlstand ausmacht."

Der Sachsen-Anhalt-Podcast "Dazwischen" von detektor.fm hat noch weitere Stimmen aus der Wirtschaft gesammelt: Jonas Crackau von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg nennt das Wahlprogramm "ein Verbrechen an zukünftigen Generationen." Daniel Hahnemann, Geschäftsführer von Tesvolt, einem Batteriespeicher-Hersteller, nennt die Pläne der AfD in der Volksstimme "wirtschaftsschädlich". Ähnlich äußerte sich Dirk Seidel vom Schiffsmotorproduzenten Ramme. Inoffiziell äußern laut detektor.fm wohl auch einige Unternehmen der Unternehmensinitiative "Anhalt Plus" Sorgen vor den Plänen der AfD.

Klemens Gutmann vom IT-Dienstleistungsunternehmen Regiocom geht gegenüber detektor.fm noch auf ein anderes Thema ein: "Was uns berührt, ist, unter anderem das Schulwesen. Die Idee, die Schulpflicht aufzuweichen oder gar aufzuheben, halten wir für schlicht falsch. Wir engagieren uns in der beruflichen Bildung. Klare Schulpflicht und bundesweit einheitliche Bildungsziele sind hier ein Eckstein." Außerdem macht er sich Sorgen, dass die Streichungen und Umbrüche in der Verwaltung diese lähmen würden.

Auch AfD-Bundespolitik wäre wirtschaftsschädlich

Die Pläne der AfD würden also der gesamten Wirtschaft Sachsen-Anhalts schaden. Aber nicht nur die Landespolitik der Rechtsextremisten wären für das Land gefährlich. Auch die bundespolitischen Pläne (die AfD Sachsen-Anhalt vergisst ständig, dass sie nicht Bundespolitik machen kann und sich für die Menschen in ihrem Land einsetzen sollte) hätten negative Auswirkungen. Darauf weist, ebenfalls im Sachsen-Anhalt-Podcast von detektor.fm, Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, hin. Mit Blick auf die Export-Import-Statistik des Wirtschaftsministeriums von Sachsen-Anhalt sieht man, wie wichtig Exporte für Sachsen-Anhalt sind. Ein Ausstieg aus dem Euro oder gar der ganzen EU würde hier schwere Wirtschaftsschäden bedeuten.

Außerdem stehe die AfD für "eine Politik, die den Staat massiv beschneiden würde", so Fratzscher. Die AfD wolle Spitzenverdiener steuerlich entlasten und weniger in die Infrastruktur, beispielsweise Schulen und Kitas investieren. Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen und in strukturschwachen Regionen leiden laut Fratzscher am meisten unter AfD-Politik. Sachsen-Anhalt hat zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten Median-Bruttojahresgehälter in ganz Deutschland. Hier würden besonders viele Menschen unter der AfD leiden.

AfD-Politik in Sachsen-Anhalt würde also der Wirtschaft im Allgemeinen und bestimmten Branchen wie Pflege, Medizin, Gastronomie, Landwirtschaft, Wissenschaft, Medien und öffentlicher Verwaltung ganz besonders schaden. AfD-Politik würde Stellenabbau, Betriebsschließungen, Arbeitsplatzverlust und Abwanderung bewirken und verstärken. Das würde viele schon bestehende Probleme wie Überalterung und Verlust von Infrastruktur befeuern, die in Sachsen-Anhalt dringend Lösungen und keinen Brandbeschleuniger brauchen.

 

3)    Die AfD würde Sachsen-Anhalt unsicherer machen!

Die AfD würde, sollte sie in Regierungsverantwortung kommen, Sachsen-Anhalt unsicherer machen! Richtig gelesen: Mehr Gewalt, Hassrede, Diskriminierung und schlechtere Integration von Menschen aus dem Ausland, das wären die Folgen einer AfD-Regierung.

Die AfD behauptet gerne, das Land "sicherer" machen zu wollen und beruft sich dabei auf Fake News über Migranten und "Linksextreme". Dabei sinkt die Kriminalität, auch bei immer mehr Zuwanderung, auch die Kriminalität in Sachsen-Anhalt ist gesunken und der Rechtsextremismus ist mit großem Abstand die größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland, auch in Sachsen-Anhalt. Nie gab es mehr politisch motivierte Straftaten in Sachsen-Anhalt als 2025 – die meisten davon verübt von Rechtsextremen und damit wohl überwiegend der Anhängerschaft der AfD selbst. Was die AfD eigentlich vorhat: Das Land unsicherer machen. Das zeigt unsere Analyse ihres Wahlprogramms.

Zuallererst ist ganz wichtig: Kriminalität ist keine Frage der Herkunft.

Diese drei Deutschen erklären jeden Anstieg in der Mord-Statistik – Deep Dive

Man kann also politisch daran arbeiten, dass Menschen seltener arm sind, weniger ausgegrenzt werden, in Sicherheit leben, Bildung und Perspektive haben. Das würde die Kriminalität senken. Oder man tut alles, um all das möglichst schwer erreichbar zu machen. Genau das hat die AfD in Sachsen-Anhalt vor. Sie will quasi durch die Bank alle Risiken für Kriminalität erhöhen.

Isolierung und Enteignung von Schutzsuchenden

So will sie beispielsweise Schutzsuchende in zentralen Unterkünften einquartieren, die nicht in der Innenstadt, aber auch nicht im ländlichen Raum liegen sollen. Hier stellt sich zu Recht die Frage, ob die AfD nicht weiß, was sie will, aber es soll wohl darauf hinauslaufen, diese Heime möglichst weit weg von deutschen Bürgerinnen und Bürgern zu platzieren. Das wiederum erschwert den Kontakt der Schutzsuchenden mit der Bevölkerung, was zu Isolation, der Ballung von Menschen mit unterschiedlichsten Problemen auf engem Raum und weniger Kontakt mit deutscher Sprache und Alltag führt.

Die von der AfD geplante Konfiszierung von Bargeld, Kreditkarten und Vermögenswerten verstößt einerseits gegen die Eigentumsgarantie in Art. 14 des Grundgesetzes und wäre somit vor Gericht anfechtbar. Andererseits würde diese Maßnahme den Menschen in erster Linie jegliche Entscheidungsfreiheit nehmen, was sie mit ihrem Geld machen wollen und so ein Gefühl der Hilfs- und Perspektivlosigkeit fördern. Ähnliches gilt für die Forderung, Sachleistungen statt Geldleistungen auszugeben.

Die jährliche Überprüfung der Anerkennung des Flüchtlingsstatus, die die AfD fordert, würde eine enorme Unsicherheit bei den Betroffenen auslösen. Faktoren, die sie in keinster Weise beeinflussen können (Ereignisse im Herkunftsland, Einschätzungen der Verwaltung) würden jedes Jahr aufs Neue bestimmen, ob die Menschen ihr aufgebautes Leben in Deutschland fortführen können oder aufgeben müssen. Ob sie hier arbeiten können, zur Schule gehen. Wie soll man so die Motivation für Spracherwerb und das Knüpfen von Kontakten aufbauen? Und wer stellt einen unter diesen Bedingungen ein oder bietet einen Ausbildungsplatz?

Das sieht auch der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt so. Der taz sagte man, dass unter diesen Umständen mehr Menschen unabhängige Beratung bräuchten. Nur: Auch die Hilfsorganisationen für Geflüchtete werden mit der AfD unter höheren politischen und finanziellen Druck geraten. Man braucht sie mehr, aber sie werden kaputt gestrichen. Das wird mehr Probleme verursachen, statt welche zu beseitigen.

Menschenverachtende Logik, die nicht aufgeht

Denn die AfD will auch die gesamte Finanzierung für Integrationsprogramme und Flüchtlingshilfen einstellen und greift das Kirchenasyl an. Also zuerst die Menschen in eine noch größere Unsicherheit stürzen als jetzt schon und dann die Beratungsprogramme austrocknen. Da kann doch gar nichts schiefgehen, oder? Vom Flüchtlingsrat heißt es dazu: „Gerade in Sachsen-Anhalt, wo viele Menschen lange Wege, Sprachbarrieren und komplizierte Behördenverfahren erleben, wären solche Einschnitte gravierend.“

Ja, die AfD-Politik will darauf hinaus, Menschen von Deutschland abzuschrecken und loszuwerden. Viele ihrer Vorschläge verstoßen gegen die Menschenwürde, für sie sind Menschen und Rechte verschieden viel wert. Aber auch innerhalb dieser menschenverachtenden Logik ergeben diese Pläne keinen Sinn: Menschen, die schon hier sind, lösen sich nicht in Luft auf. Drangsaliert man sie, schneidet sie von der Gesellschaft ab, liefert sie bewusst der Perspektivlosigkeit aus, dann fördert man genau die Kriminalität, die man bekämpfen will.

Nicht falsch verstehen: Menschen werden nicht aus einem einzigen Grund kriminell. Viele Menschen leben unter schrecklichen Umständen und statistisch wird so gut wie niemand kriminell, andere sind höchst privilegiert und höchst kriminell (allerdings geht es da oft um andere Delikte...). Aber die Lebensumstände und das Zugehörigkeitsgefühl zu der Gruppe, die die Regeln vorgibt, sind ein wichtiger Faktor dabei, ob man die Regeln bricht. Und die AfD plant genau das anzugreifen. In besonderem Maße bei Schutzsuchenden, aber ihre Politik würde auch Armut (siehe Die AfD schadet der Wirtschaft), Unsicherheit und Spaltung in der Gesamtbevölkerung fördern.

Selbstjustiz und weniger Strafverfolgung

Aber auch bei Deutschen will die AfD offenbar die Kriminalität fördern – oder einfach legalisieren. Dabei geht es nicht um Cannabis, sondern um verbale und physische Gewalt. "Wir werden [...] uns für eine Entschlackung der bestehenden Meinungsstraftatbestände einsetzen" schreibt die AfD in ihrem Wahlprogramm und sagt damit eigentlich: Beleidigungen, Drohungen und Hassrede soll weniger stark verfolgt werden. Dabei sind sie laut Psychotherapeuten eine Bedrohung der psychischen Gesundheit und nichts, was man einfach zur Seite wischen kann.

Außerdem will die AfD eine "freiwillige Bürgerwacht" aufbauen, "als eine dritte Säule der Sicherheitsarchitektur". Das kritisiert der Chef der Polizeigewerkschaft GdP im NDR-Interview scharf: "Bürgerwehren, wie wir sie aus Polen, aus England und anderen Bereichen Europas kennen, greifen willkürlich Leute auf, halten sie fest, drangsalieren sie, verprügeln sie." Eine solche "Bürgerwacht" öffne rechtsradikaler Selbstjustiz Tür und Tor. Will die AfD also, dass Neonazi-Gruppe staatlich gebilligt durch deine Straßen patroullieren und Willkür und Gewalt in Sachsen-Anhalt einzieht? Wer würde sich da sicherer fühlen?

Schusswaffengebrauch der Polizei soll der AfD zufolge "nur noch bei konkreten Verdachtsmomenten auf Fehlverhalten" zu internen Ermittlungen führen. Auch hier sollen Regeln gelockert werden, die dazu da sind, Machtmissbrauch und Polizeigewalt zu verhindern und aufzuklären.

Weniger Schutz vor sexualisierter Gewalt?

Und auch die Prävention von Gewalt wird unter einer AfD-Politik behindert: "Wir werden alle staatlichen Kampagnen und Programme einstellen, die Kinder vor der Pubertät mit sexuellen Themen konfrontieren." Das bedeutet tatsächlich, dass Kinder außerhalb der Familie wenig bis gar keine Aufklärung zur Prävention sexualisierter Gewalt bekommen. Die Angebote, bei denen Grundschülerinnen und Grundschüler "Mein Körper gehört mir!" lernen, das sind meistens staatliche Programme. Kindgerechte Aufklärung im Grundschulalter ist nicht nur für eine spätere gesunde Entwicklung der Sexualität wichtig, sondern ganz besonders um die Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Dass die Aufklärung im Elternhaus nicht ausreicht, ist schon deshalb klar, weil ein Großteil der Missbrauchsfälle in der Familie stattfindet.

So diskriminierend wie Wahlprogramm und Aussagen der AfD Sachsen-Anhalt schon sind, wundert es nicht, dass die AfD auch in ihrer Politik Diskiminierung vorantreiben wird. Dem Programm „Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage" will die AfD die Förderung entziehen, Gleichstellungsbeauftragte sollen durch "Familienbeauftragte" ersetzt werden, die sich nicht mehr um Diskriminierung sondern um "kinderfreundliche Maßnahmen" kümmern sollen. Familienpolitik bzw. die Steigerung der Geburtenrate sollen in den Mittelpunkt der Landespolitik und schulischer Bildung rücken. Und Frauen sollen bei einer ungewollten Schwangerschaft vor einer Abtreibung zu einer Ultraschalluntersuchung gezwungen werden.

All das treibt Diskriminierung und Ungleichbehandlung voran. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt warnt: „Frauen eine rein reproduktive Rolle zuzuschreiben, ist ein Rückschritt für die Gesellschaft und die Selbstbestimmung.“

Diskriminierung ist nicht nur ein paar blöde Sprüche oder Blicke. Sie beeinträchtigt die psychische und physische Gesundheit, schränkt Chancen ein und isoliert Menschen sozial. Und es bleibt eben oft nicht bei Worten oder Blicken. Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, queere Menschen und Menschen mit Behinderung erfahren in hohem Maße auch körperliche Gewalt, die bis zum Tod führen kann.

Die AfD würde also Faktoren verstärken, die Kriminalität fördern, Hassrede und Diskriminierung weniger verfolgen lassen und ihre Prävention schwächen, Selbstjustiz etablieren, Schusswaffengebrauch bei Polizisten und Polizistinnen weniger kontrollieren und Kinder weniger vor sexualisierter Gewalt schützen.

4)    Die AfD würde dich und deine Kinder ungebildeter machen!

Die AfD-Politik in Sachsen-Anhalt würde dich und deine Kinder ungebildeter machen. Sie würde aktiv Bildungsangebote und die Meinungsfreiheit einschränken und die Schulen schlechter machen.

Sollte die AfD in Regierungsverantwortung kommen, wird es in Sachsen-Anhalt tatsächlich schwerer, sich umfassend zu bilden und an Informationen zu kommen, die nicht dem ideologischen und extremistischem Weltbild der AfD entsprechen. Die Bildungs- und Kulturpolitik der AfD ist auch deswegen so gefährlich, weil sie hier auf Landesebene tatsächlich relativ viel umsetzen kann.

Weniger Aufstiegschancen

An erster Stelle müssen wir über die Schulpolitik der AfD sprechen. Die AfD will Zugang zu höherer Bildung begrenzen. Es sollen nicht mehr als 25 Prozent eines Jahrgangs aufs Gymnasium gehen, die Wiedereinführung von Haupt- und Realschule (statt der gemeinsamen Sekundarstufe) soll geprüft werden. Außerdem soll die Schullaufbahnempfehlung wieder verbindlich werden und durch zentrale Klassenarbeiten über die weiterführende Schule entschieden werden.

Ein Ergebnis dieser Politik könnte sein, dass der Mangel an Lehrpersonal verschärft wird, wenn weniger junge Menschen Abitur machen und damit auch weniger Lehramt studieren. Außerdem erschwert eine solche Politik Bildungsaufstiege. Deutschland hat so schon im internationalen Vergleich eine besonders ungleiche Verteilung von Bildungschancen nach sozialer Herkunft. Eine solche Regelung würde also eher Bildung und Aufstiegschancen verschlechtern und zusätzlichen Prüfungsdruck bereits in der Grundschule ausüben.

Verletzung der Menschenwürde von Kindern

Die AfD will Schülerinnen und Schüler aber nicht nur so früh wie möglich nach Leistung trennen, sondern auch noch ganz andere Zwei- oder Drei-Klassensysteme errichten. So will sie "Kinder von Flüchtlingen oder Asylbewerbern in Sonderklassen unterrichten lassen". Ersteinmal verletzt dies die Menschenwürde der Kinder. Sie werden aufgrund eines nicht beeinflussbaren Merkmals schlechter gestellt in ihrem Recht auf Bildung und Teilhabe am sozialen Leben. Sie werden durch die Ausgrenzung gedemütigt und der Ausschluss geschieht willkürlich. Einer Studie von 2023 zufolge profitieren Kinder mit Migrationshintergrund besonders von heterogenen Gruppen und werden von einem hohen Anteil leistungsschwacher Kinder mehr beeinträchtigt als Kinder ohne Migrationshintergrund. Auch andere Studien zeigen, dass benachteiligte Kinder von gemeinsamem Unterricht mit bessergestellten profitieren. Der Unterricht in Sonderklassen könnte so also die Bildung und Integration von Kindern Schutzsuchender verschlechtern. All das wird die Integration verschlechtern und alle Probleme größer machen.

Auch Kinder mit Behinderung werden ausgegrenzt

Unschuldige, geflüchtete Kinder sind aber nicht die einzigen, die die AfD ausgrenzen will. Ähnlich sieht es mit der Forderung aus, die Inklusion von Kindern mit Behinderung zu beenden und Förderschulen auszubauen. An Förderschulen gibt es normalerweise keine Möglichkeit, einen staatlich anerkannten Abschluss zu machen. Der Großteil der Förderschülerinnen und -schüler verlässt die Schule ohne formalen Abschluss. Sie haben schlechtere Chancen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu finden. An Regelschulen erlangen mehr Menschen mit Behinderung einen Abschluss. Der Ausschluss von Kindern mit Behinderung entzieht also mehr Menschen die Chance auf eine Ausbildung und Teilhabe am Arbeitsleben. Außerdem zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Kinder ohne Behinderung keinen Nachteil von Inklusionsklassen haben, teilweise gibt es sogar positive Effekte. Und auch das Leistungsniveau der Kinder mit Behinderung profitiert von Inklusion. Sachsen-Anhalt ist heute schon deutsches Schlusslicht bei der Inklusion.

Außerdem will die AfD laut Wahlprogramm "einen deutlichen Schwerpunkt auf die Entstehung und die Erfolgsgeschichte dieses Staates" legen und "mehr 1813 und 1871" im Geschichtsunterricht. Mehr Völkerschlacht, mehr Kaiserreich also, aber kein Wort zum Nationalsozialismus? Eine ideologische Verzerrung des Geschichtsunterrichts also zugunsten bestimmter Ereignisse und eine klares Framing dieser Ereignisse als positiv. Das wäre weder pädagogisch noch wissenschaftlich. Der Oberstudienrat Bob Blume bemerkt dazu auf dem deutschen Schulportal, dass genau diese Zeiten und Ereignisse bereits Teil des Lehrplans sind und dies in einem wissenschaftlichen Ansatz geschehen muss und nicht mit einem ideologisch, rein positiv geframeten.

Weniger Bildungsangebote

Ganz abschaffen will die AfD die Landeszentrale für politische Bildung und durch "ein Landesinstitut für staatspolitische Bildung und kulturelle Identität" ersetzen. Wegfallen würden dann zum Beispiel:

  • kostenlose Bildungsangebote zu Rechts- und Linksextremismus sowie Islamismus
  • Lesungen
  • Exkursionen zur DDR-Geschichte
  • die Schülermedientage
  • ein Online-Spiel bei dem man Argumentationsstrategien gegen menschenverachtende Aussagen lernen kann
  • Filme über Holocaust-Überlebende und Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Seit 35 Jahren mache man offene, pluralistische Bildungsarbeit, sagt der Direktor der Landeszentrale, Maik Reichel. Er befürchtet, dass das neue Landesinstitut sehr einseitig ausgerichtet würde, mit einer „stark eingeengten Bildungs- und Kulturpolitik“. Die AfD will die Bundeszentrale für politische Bildung wohl mit einem eigenen Staatspropaganda-Apparat ersetzen, der rechtsextreme Ideologie verbreiten dürfte.

Nicht nur die Lehrpläne und staatlichen Bildungsangebote will die AfD an ihre fanatische Ideologie anpassen. Auch Lehrerinnen und Lehrer sollen eingenordet werden. Durch ein strenges, eigenes "Neutralitätsgebot" soll ihnen die Äußerung der eigenen Meinung verboten werden.

Einschränkung der Meinungsfreiheit

Das würde extrem in die Meinungsfreiheit der Lehrenden sowie ihren Auftrag zur fächerübergreifenden Demokratiebildung eingreifen. Schon jetzt sind viele in Sachsen-Anhalt verunsichert und zurückhaltender geworden. Diese Stimmung könnte zu einer Abwanderung von Lehrkräften aus Sachsen-Anhalt führen, befürchtet Malte Gerken von der Bildungsgewerkschaft GEW. Das würde den jetzt schon alarmierenden Lehrermangel im Land verschärfen. Der Rest soll auf Parteilinie gebracht werden.

Neben noch weniger Unterricht von noch weniger Lehrkräften würde auch die Qualität ihres Unterrichts sinken. In Diskussionen würden Lehrende immer weniger einordnen können. Letztenendes würden wohl auch Volksverhetzung und Menschenfeindlichkeit öfter unwidersprochen im Raum stehen bleiben. Schon heute wird rechtsextreme Ideologie im Klassenzimmer zu oft todgeschwiegen, kritisieren manche Lehrer.

Und auch außerhalb der Schule geht es mit der rechtsextremen Gleichschaltung weiter, wenn die AfD ihren Willen bekommt. Einen Großteil der Einschnitte, die die AfD bei den Universitäten plant, findet ihr im Abschnitt "Die AfD gefährdet Arbeitsplätze". Hier sei nur nochmal erwähnt, dass die hochschulpolitischen Pläne der AfD das Angebot an Studiengängen und Forschungsprojekten einschränken würden, vor allem in geisteswissenschaftliche Fächer und ihre Finanzierung eingreifen und diese beschneiden würden und die Abkehr vom Bologna-Modell die Hochschulen in Europa isolieren würde. Letzteres würde internationales Studieren und Erasmus-Aufenthalte sowie den landesübergreifenden wissenschaftlichen Austausch erschweren.

Einschränkung der Kunstfreiheit

Ganz am Ende sind wir noch nicht, denn die Eingriffe der AfD gehen auch über die formale Bildung hinaus. Sie will nämlich sogar vorschreiben, was gute Kunst ist und nicht. Sie will nur noch Kunst fördern, die "einen Beitrag zu deutscher Identitätsfindung leistet" und klagt über zu wenig deutsche Stücke auf den Bühnen Sachsen-Anhalts. Die Direktorin Kunststiftung Sachsen-Anhalt, warnt gegenüber dem MDR, dass dies die Freiheit beschneide, die Kunst brauche, um wirken zu können. Die Diskreditierung des Bauhauses als identitätslos im AfD-Wahlprogramm zeigt, gegen wen sich die AfD-Kulturpolitik beispielsweise richten könnte. Sie will sich in alle Bereiche des Lebens einmischen und dir vorschreiben, wie du zu leben, denken, sprechen und sogar Kunst zu genießen hast.

Die Direktorin Kunststiftung sieht uns alle von diesen Plänen betroffen: "Alle, die wir Kunst lieben, die wir sie genießen, mit unseren Kindern, denen wir beibringen, die Augen zu öffnen und Dinge in der eigenen Geschichte zu erspüren – wenn das jetzt sich auf einmal alles ändern würde, würde sich etwas fundamental mit uns allen in der Gesellschaft ändern." Außerdem befürchtet sie die Abwanderung Kulturschaffender aus Sachsen-Anhalt. Und das alles zusammen würde die Möglichkeiten kultureller und künstlerischer Bildung in Sachsen-Anhalt stark einschränken.

Noch weniger Lehrinnen und Lehrer, schlechtere Chancen für Bildungsaufstieg, Ausgrenzung ganzer Gruppen von Kindern aufgrund von Merkmalen für die sie nichts können, weniger Bildungs- und Kulturangebote und eine eingeschränkte Meinungsfreiheit in der Schule. Die AfD will dich einschüchtern und dir vorschreiben, was du lesen, lernen und sehen darfst

Die AfD täuscht dich und will dich ausnutzen

Die AfD Sachsen-Anhalt verspricht dir viele Dinge, die sie nicht umsetzen kann: Allein von 56 Forderungen zur Migration kann sie nur 13 überhaupt umsetzen – für den Rest ist der Bund zuständig oder sie verstoßen gegen geltendes Recht. Was sie dagegen sehr wohl kann: Die eigene Familie versorgen. Die 23 AfD-Abgeordneten im Landtag beschäftigen 162 Mitarbeiter – mehr als die CDU mit 40 Abgeordneten. Auffällig oft sind es Verwandte anderer AfD-Abgeordneter, die sich das Personal über Kreuz anstellen: du meinen Vater, ich deine Partnerin.

Und das Entscheidende: Aufgeflogen ist das nicht durch ihre Kritiker, sondern durch die AfD Sachsen-Anhalt selbst. Der eigene Bundestagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt nannte in einem internen Konflikt die Strukturen im Landesverband intern eine „Beutegemeinschaft" – erst danach gingen die Recherchen der Medien los, die sehr viele Fälle fanden. Ihm wirft die eigene Partei auch Scheinarbeitsverhältnisse vor, er flog aus der Fraktion. Wenn AfD-Leute sich gegenseitig Selbstbedienung vorwerfen, muss wohl etwas dran sein.

Sie lügen, machen falsche Versprechen, nur um an die Steuertöpfe für die eigenen Familienmitglieder zu kommen?

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1)    So hintergeht dich die AfD mit falschen Versprechungen

Die AfD Sachsen-Anhalt betreibt mit ihrem gesamten Wahlprogramm dreiste Wählertäuschung und verbreitet systematisch Lügen. Sie macht auch sehr viele falsche Versprechen* bzw. weckt falsche Hoffnungen, die sie nie erfüllen kann. Und das nicht nur, weil die AfD nicht weiß, wie sie alle ihre Versprechen finanzieren werden kann. Sondern insbesondere auch, weil sie in der Migrationspolitik die Mehrheit ihrer Forderungen faktisch einfach nicht erfüllen können. Von 56 Forderungen fallen 21 in die Zuständigkeit des Bundes und die Mehrheit vom Rest (18 von 31) ist rechtlich nicht zulässig.

So behauptet die AfD zum Beispiel wahrheitswidrig, das Land könne "ohne die geringste rechtliche Problematik" einen "sofortigen und totalen Einwanderungsstopp" für "ausgewählte Nicht-EU-Länder" verhängen. Das ist komplett gelogen, denn erstens hat ein Bundesland absolut keine Befugnisse in diesem Bereich (Art. 73 Abs. 1 Nr. 3 Grundgesetz) und zweitens könnte das selbst der Bund nicht, da es gegen geltendes Recht verstöße. Die AfD Sachsen-Anhalt verspricht etwas, wofür man nicht nur das Grundgesetz ändern, sondern aus der EU und der Europäischen Menschenrechtskonvention austreten müsste — und nennt das „ohne die geringste rechtliche Problematik". Sachsen-Anhalt hat zudem nicht einmal Außengrenzen, an welchen sie das widerrechtlich (!) durchführen könnte.

Oder sie plant* mehr Abschiebeflüge über den Flughafen Halle/Leipzig, der nicht einmal in ihrem Bundesland liegt. Ob das möglich ist, entscheidet immer noch Sachsen selbst und die Wähler dort. Sie belügt ihre Wähler einfach dreist, wie mit Behauptungen, das Asylrecht unterläge einem "Notstandsvorbehalt" – das haben sie sich einfach komplett ausgedacht, so etwas gibt es nicht. Sie verspricht, "Rechtsbrüche" zu beseitigen, die es nicht gibt, in dem sie ankündigt, dutzende eigene Rechtsbrüche zu verüben. Und so zieht sich das die ganze Zeit durch. Die AfD steht für Lügen und Rechtsbrüche.

*Wichtig: Die AfD schreibt bei Forderungen, die gar nicht im Zuständigkeitsbereich des Landes liegen meist Formulierungen wie, sie „wird sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass…", – dann ist es technisch kein gebrochenes Versprechen, weil sie ja nur ankündigt, sich zu bemühen. Das ist nur ein rhetorischer Trick, um Kritik daran zu erschweren. Es ändert sich nichts daran, dass eine Stimme für die AfD Sachsen-Anhalt bei dieser Wahl nichts davon umsetzen kann: Dafür bräuchte die AfD eine Mehrheit im Bundesrat oder die Bundesregierung. Deine Stimme bei der Landtagswahl ändert daran nichts. Sie weckt also Hoffnungen, von denen sie weiß, dass sie sie nicht erfüllen kann.
Ich kann auch bei der Wahl zum Kaninchenzüchterverein-Präsidenten versprechen, mich dafür einzusetzen, dass alle von der Regierung ein Gratis-Eis erhalten. Wer mir das glaubt, wird am Ende trotzdem kein Eis haben. Und daran ist nicht die Regierung Schuld.

2)    "Beutegemeinschaft": So kassieren die AfD-Clans dein Steuergeld

Und während die AfD dir also das Blaue vom Himmel verspricht, zeigt sie ganz nebenbei bereits, wessen Leben sie bisher als einziges verbessert: das eigene. Die 23 AfD-Abgeordneten im Landtag von Sachsen-Anhalt beschäftigen laut einer Auflistung der Landtagsverwaltung sage und schreibe 162 Mitarbeiter – mehr als die viel größere CDU-Fraktion mit ihren 40 Abgeordneten. Sieben Beschäftigte pro Kopf im Schnitt, bezahlt von deinen Steuern. Und wer sitzt auf diesen Stellen? Auffällig oft: die eigene Verwandtschaft. Weil das Gesetz Abgeordneten verbietet, die eigenen Familienmitglieder auf Staatskosten anzustellen, haben die Abgeordneten der AfD Sachsen-Anhalt laut Recherchen offenbar einen Trick angewandt: Sie stellen sich die Verwandten einfach gegenseitig an – du meinen Vater, ich deine Ehefrau. Das ist nach aktueller Gesetzeslage nicht verboten. Aber keine andere Partei macht das in diesem Ausmaß. Und es sagt viel über die AfD aus.

Wie das konkret aussieht, kannst du dir in Sachsen-Anhalt anschauen – das geht bis hoch zum Spitzenkandidaten Siegmund.

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Erstes Beispiel: Stendal. Dort sitzt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, gebürtig aus Havelberg, im Kreisvorstand – gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Matthias Büttner, mit dem er sich auch das Wahlkreisbüro teilt. Siegmunds Vater war von 2017 bis 2021 bei Büttner angestellt, heute arbeitet er für den Bundestagsabgeordneten Thomas Korell – für bis zu 7.725 Euro im Monat. AfD-Abgeordnete erzählten, sie hätten ihn auf den Bundestagsfluren noch nie gesehen – und Korell selbst, den die Menschen in seinem Wahlkreis 2025 mit 39,2 Prozent direkt in den Bundestag gewählt haben, erkannte vor laufender Kamera seinen eigenen Mitarbeiter auf einem Foto nicht. Bei Korell angestellt sind übrigens auch Büttners eigene Eltern! Eine Person, die den Kreisverband über Jahre kannte, sagte: „In Stendal war das extrem. Familienmitglieder wurden bedacht." Siegmunds Vater war bei Büttner angestellt, und jetzt sind die Eltern von beiden bei Korell angestellt. Unklar ist, ob die überhaupt auch etwas für das Steuergeld leisten.

Beispiel zwei: der Salzlandkreis, Heimat des Landtagsabgeordneten Tobias Rausch und seines Vaters Daniel Rausch, ebenfalls Abgeordneter. Die sind wenigstens beide gewählt worden. Aber fast der ganze Rest der Familie kassiert auch Steuergelder: Tobias Rausch selbst beschäftigt satte sieben Mitarbeiter, darunter vier Kumpel aus seinem Fußballverein; seine drei Geschwister arbeiten bei der Bundestagsabgeordneten Claudia Weiss, seine Partnerin für rund 6.000 Euro monatlich bei der Landtagsfraktion. Und selbst die Wahlkreisbüros der beiden Rauschs liegen in Immobilien, die von Tobias Rauschs eigener Immobilienfirma vermarktet werden – die Büromiete aus öffentlichen Pauschalen fließt also offenbar Richtung eigener Firma. Auf jede Art und Weise den Staat "ausbeuten", wie es Schmidt sagte?

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Station drei: Dessau-Roßlau. Dort beschäftigt die Landtagsabgeordnete Nadine Koppehel allein 16 Mitarbeiter (!) – in einem Büro, das sie sich mit ihrer Mutter, der Abgeordneten Margret Wendt, teilt. Es sei nicht größer als eine Dreizimmerwohnung, in dem „tote Hose“ herrsche, schreibt die Mitteldeutsche Zeitung. Und wie reagiert Siegmund selbst? Der versprach 2016 noch den Kampf gegen „eingefahrenen Politikfilz, Mauscheleien, Steuerverschwender“. Heute erklärt er per Instagram, er habe „überhaupt kein Problem“ damit, Familienmitglieder von Parteifreunden anzustellen – und zerknüllte die kritische Presseanfrage demonstrativ vor der Kamera.

Und das ist nur eine Auswahl (!) der Kreuzverstrickungen und der vielen Familienmitglieder von AfD-Abgeordneten, die bei anderen AfD-Abgeordneten angestellt sind und deine Steuergelder kassieren. Und die offenbar teilweise niemand je arbeiten gesehen hat. Die AfD-Clans lassen sich mit Lügen, Hetze und falschen Versprechen in den Landtag wählen und versorgen dann ihre ganzen Familien mit Steuergeldern. Und dann sind sie es, die gern andere als "Sozialschmarotzer" darstellen?

Es gibt für dieses Muster genau zwei Erklärungen. Entweder die AfD versorgt hier gezielt die eigenen Familien mit deinem Steuergeld, während sie sich „Partei des kleinen Mannes“ nennt und über Steuerverschwendung wettert. Oder sie findet zwischen Arendsee und Zeitz schlicht niemanden sonst, der für sie arbeiten kann oder will. Aber warum hat sie dann so viel mehr Abgeordnete als alle anderen Parteien? Wozu braucht sie die? Und warum sind ausgerechnet Eltern, Geschwister, Partnerinnen und Fußballkumpel üppig auf Steuerkosten angestellt? Sicher nicht, weil sie die besten für den Job sind, oder hat die AfD einfach sonst niemanden gefunden? Such dir aus, was schlimmer ist. Fest steht: Wer so mit deinem Geld umgeht, bevor er regiert, dem solltest du vielleicht keinen jährlichen Landeshaushalt von über 15 Milliarden Euro anvertrauen. Wer weiß, wie viele Millionen statt Tausende Euro "erbeutet" werden könnten, wie es Schmidt bezeichnete.

Laut Stern könnte etwa die Hälfte der 151 AfD-Bundestagsabgeordneten direkt oder indirekt in Überkreuzanstellungen involviert sein. Wie genau die Zahlen für Sachsen-Anhalt sind, ist bisher nicht bekannt – ein neues Gesetz könnte ab September Transparenz bieten. CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke haben die schärferen Regeln beschlossen – die AfD stimmte als einzige dagegen. Vielsagend.

Falsche Versprechen, Lügen und ganz viel Steuergeld für Familienmitglieder statt sinnvolle, realistische Maßnahmen, die dein Leben besser machen könnten.

3)    Versprechen Parteien nicht immer zu viel?

Manche könnten sagen: Versprechen Parteien nicht immer zu viel? Nein - die AfD verspricht dir nicht, dein Leben irgendwie besser zu machen. Sie will dir deine Stimme abluchsen. Deine Stimme ist das Wertvollste, was du in einer Demokratie besitzt. Ein Wahlprogramm ist das Angebot, für das du mit dieser Stimme bezahlst. Wenn dir ein Händler ein Auto verkauft, von dem er wissen muss, dass es niemals fahren wird, nennt man das Betrug. Die AfD nennt es „Regierungsprogramm“.

Wir sind uns sicher: Sie weiß, dass sie dich enttäuschen wird. Und wird dich auch später darüber belügen, um deine Enttäuschung weiter für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren können. Sie wird dir weiter Lügen andrehen, um dich bei der Stange zu halten. Dann werden wieder die anderen Schuld sein. Und dass die AfD nie liefern kann, was sie dir versprochen hat, wird angeblich niemals daran liegen, dass sie falsche Versprechungen gemacht hat, für die sie nicht die Zuständigkeit hat oder die gegen das Gesetz verstoßen. Oder dass Familienmitglieder wohl nicht die kompetentesten Mitarbeitenden sind. Sie wollen, dass du überall die Schuldigen suchst, außer bei ihnen.

Von deiner Unzufriedenheit profitiert sie so gleich doppelt. Und deshalb wird sie sicherlich dafür sorgen, dass du weiter unzufrieden sein wirst. Ein langjähriger Pressesprecher der AfD sagte:

„Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD.“

Warum sollte man dann davon ausgehen, dass die AfD dafür sorgen würde, dass es Deutschland besser geht? Er ist übrigens wieder Mitarbeiter der AfD – unter anderem ausgerechnet von dem oben erwähnten Schmidt, der als erster die Vetternwirtschaft-Strukturen öffentlich anprangerte!

Was macht denn die AfD, während sie die ganze Zeit versucht, Dinge umzusetzen, die rechtlich nicht möglich sind? Sie sorgt sicherlich nicht dafür, dass die Busse pünktlich fahren oder die Schulen gut ausgestattet sind. Sogar im Gegenteil: dort will sie kürzen. Währenddessen verdienen Vater oder Fußballkumpel üppige Gehälter und scheinen teilweise nicht mal was dafür zu tun. Wenn sie dich schon anlügen, solange sie um deine Stimme werben müssen: Was glaubst du, machen sie dann, wenn sie sie bereits haben?

Die AfD Regierung kann verhindert werden – wenn du wählst

Deine Stimme macht einen großen Unterschied!

Viele glauben, sie allein könnten nichts ausrichten. Kaum ein Irrtum ist vor Wahlen gefährlicher.

Wenn du nicht wählst, entscheiden andere für dich – und rund 10.600 Stimmen sind schon ein ganzer Prozentpunkt.

Wenn du eine Partei ohne realistische Chance auf fünf Prozent wählst, setzt du vielleicht ein Zeichen – auf die Zusammensetzung des Landtags hat deine Stimme aber keinen Einfluss. Im Gegenteil, die AfD könnte dadurch sogar profitieren!

Am meisten bewirkst du, wenn deine Stimme bei einer demokratischen Partei landet, die es sicher in den Landtag schafft – oder noch mehr bei einer, die knapp davorsteht und deine Stimme über die Hürde bringt. Dazu könnten nur wenige hundert Stimmen reichen!

Wenn du die AfD schwächen und demokratische Mehrheiten sichern willst, bringt es mehr als du denkst, überhaupt wählen zu gehen. Es bringt noch mehr, eine Partei zu wählen, die mehr als 5 % in Umfragen hat. Und am meisten, wenn man mit seiner Stimme eine Partei wählt, die in Umfragen gerade knapp auf den 5 % liegt, um sie in den Landtag zu bringen. 

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Warum nur 20.000 Stimmen reichen könnten, um die AfD zu verhindern

Rate mal, wie viele Stimmen bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für ein ganzes Prozent gereicht haben.

Es waren nur rund 10.600.

Das ist die halbe Einwohnerzahl von Gardelegen. In die Avnet Arena vom 1. FC Magdeburg passen drei Mal so viele rein. So viele Menschen entscheiden über einen ganzen Prozentpunkt. Und das könnte schon reichen, um eine absolute Mehrheit für die AfD zu verhindern.

Jetzt die zweite Zahl, und die ist noch wichtiger: Bei der letzten Landtagswahl blieben in Sachsen-Anhalt rund 710.000 Wahlberechtigte zu Hause. Zum Vergleich: Die AfD bekam damals rund 221.000 Stimmen. Die Nichtwählenden waren also mehr als dreimal so viele wie alle AfD-Wählenden zusammen. Wären sie eine Partei gewesen, hätten sie die Wahl haushoch gewonnen.

Genau hier liegt die Chance. Die AfD steht in Umfragen bei rund 41 Prozent – aber das sind 41 Prozent von denen, die hingehen. Über die anderen Hunderttausenden hat noch niemand entschieden. Und die Mathematik dahinter ist erfreulich simpel: Je mehr Menschen demokratisch wählen, desto kleiner wird der Anteil der AfD. Nicht, weil ihr jemand Stimmen wegnimmt – sondern weil der Kuchen größer wird, während ihr Stück gleich bleibt.

Konkret: Es braucht nur rund 26.000 zusätzliche demokratische Stimmen, damit die AfD einen ganzen Prozentpunkt verliert. Bei 710.000 Nichtwählern sind das noch nicht einmal vier von hundert. Und würden alle Nichtwähler von 2021 diesmal demokratisch wählen, stürzte die AfD rechnerisch von 41 auf rund 25 Prozent – ohne, dass ein einziger AfD-Wähler seine Meinung ändern müsste.

Eine Sache noch, damit klar ist, warum es diesmal wirklich um alles geht: Die AfD will nicht mitregieren, sie will allein regieren. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat Koalitionen mit allen anderen Parteien ausgeschlossen und angekündigt, „die erste AfD-geführte Alleinregierung hier in Sachsen-Anhalt möglich machen“ zu wollen. Alle anderen Parteien haben eine Koalition auch ausgeschlossen. Das heißt die AfD kann ihr gefährliches Wahlprogramm nur dann umsetzen, wenn sie eine absolute Mehrheit erhält. Um das zu Verhindern, könnten nur wenige zusätzliche demokratische Stimmen reichen!

Aber hier kommt eine wichtige Info ins Spiel: WEN sollst du denn stattdessen wählen? Denn für das Verhindern einer AfD-Alleinregierung ist nicht jede Partei gleich.

Welche Parteiwahl am meisten bringt

Wählen gehen ist das eine. Aber es gibt einen Mechanismus in unserem Wahlsystem, der darüber entscheidet, wie viel deine Stimme am Ende tatsächlich bewirkt: die 5-Prozent-Hürde. Wer sie nicht nimmt, kommt nicht in den Landtag. Und alle Stimmen für Parteien unter fünf Prozent werden bei der Verteilung der Sitze schlicht nicht berücksichtigt. Sie verschwinden nicht – aber sie zählen für die Zusammensetzung des Parlaments nicht mit. Das ist für uns aber jetzt hier wichtig. Stimmen für Parteien unter fünf Prozent können am Ende genau den Parteien mehr Macht verschaffen, die man eigentlich verhindern möchte.

Ganz nutzlos ist eine Stimme für eine Kleinstpartei nicht. Ab einem Prozent erhält eine Partei staatliche Finanzierung und kann langfristig politischen Druck aufbauen. Themen wie Tierschutz, Transparenz oder Bürgerrechte gelangen dadurch häufiger auf die politische Agenda. Aber jedes dieser Themen wird unmöglich und schlimmer, wenn die AfD regiert.

Nehmen wir eine aktuelle Umfrage (Stand: 30.07) für Sachsen-Anhalt als Beispiel:

  • AfD: 41 %
  • CDU: 24 %
  • Linke: 13 %
  • SPD: 7 %
  • (Grüne: 5%)

Zusammen kommen diese Parteien (wenn die Grünen knapp scheitern würden, dazu gleich mehr) auf 85 Prozent. Die übrigen 15 Prozent der Stimmen würden auf Parteien entfallen, die nicht in den Landtag einziehen. Für die Sitzverteilung werden diese Stimmen faktisch ausgeblendet.

Dadurch werden aus:

  • AfD: 41 % → 48,8 % der Sitze
  • CDU: 24 % → 28,5 % der Sitze
  • Linke: 13 % → 15,3 % der Sitze
  • SPD: 7 % → 8,2 % der Sitze

Mit nur 41 Prozent der Stimmen bekäme die AfD in diesem Szenario also schon fast die Hälfte aller Sitze!

Anders formuliert: Je mehr Stimmen an Parteien unter fünf Prozent gehen, desto größer wird der relative Sitzanteil derer, die drin sind – und die Größte im Landtag wäre die AfD. Sie profitiert MEHR von jeder einzelnen Stimme, die für eine Partei abgegeben wird, die unter 5% landet.

Und jetzt die gute Nachricht: Derselbe Mechanismus funktioniert auch andersherum. Schafft es eine zusätzliche demokratische Partei über die fünf Prozent, sinkt der AfD-Sitzanteil in dieser Rechnung von 48,8 schon auf rund 46 Prozent. Ohne dass die AfD auch nur eine Stimme verloren hätte!

Sprich: Die Stimme, die eine demokratische Partei über die 5 Prozent hebt, verändert die Sitzverteilung stärker als jede andere Stimme im Wahlsystem.

Maximaler Einfluss für die Demokratie: Eine Partei knapp an/unter der 5%-Hürde wählen!

Viele Wählerinnen und Wähler haben sich, insbesondere in den Landtagswahlen, bei denen die AfD stark erwartet wurde, gefragt, wie sie die AfD am besten klein halten können. Sie haben angefangen taktisch zu wählen, um den Einfluss der AfD zu minimieren. So haben bei der Landtagswahl in Thüringen 55% der CDU-Wählenden der Aussage zugestimmt:

"Ich wähle nur CDU, damit die AfD nicht zu viel Einfluss bekommt."

Ansichten der CDU-Wählenden über die eigene ParteiQuelle: https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2024-09-01-LT-DE-TH/umfrage-cdu.shtml

Aber das hat nicht den größten Effekt! Ein Prozentpunkt mehr für die CDU oder die Linke schwächt den Anteil der Sitze für die AfD nicht so sehr wie der Einzug einer Partei, die in Umfragen derzeit bei 4-5% steht.

Gerade deshalb könnten bei der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Grünen und auch die SPD eine Schlüsselrolle spielen. Die Grünen liegen in aktuellen Umfragen bei 4% oder 5%, die SPD ist nur knapp über der 5%-Hürde.

Scheitern im schlimmsten Fall beide knapp, könnte die AfD nach heutiger Rechnung eine absolute Mehrheit der Sitze erreichen. Schaffen beide den Einzug, verändert sich die Lage grundlegend. In unserem Beispiel würde der AfD-Anteil von auf 45,5 Prozent der Sitze sinken. Die absolute Mehrheit wäre verhindert. Und damit auch der größte Schaden, den die AfD anrichten könnte.

So kann eine vergleichsweise kleine Zahl von Stimmen über die politische Zukunft eines Bundeslandes entscheiden!

Kleiner Exkurs:
Das BSW steht auch bei 4% und schließt eine Koalition mit der AfD zwar aus – eine inhaltliche Zusammenarbeit in Form einer "überparteilichen Bürgerregierung" aber nicht. Somit ist sie keine sinnvolle Variante um die AfD von der Macht fernzuhalten.

In manchen Umfragen (von INSA, die eine andere Methodik verwenden) steht die FDP auch bei 4%, bei der aktuellesten Umfrage vom 30.07 von Infratest Dimap wird sie aber nicht einmal mehr extra ausgewiesen, weil sie so wenig Zustimmung hat.

Und noch ein kleiner "Funfact" zum Thema 5%-Hürde: Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 1992 erreichten die Grünen 4,97 Prozent der Stimmen. Zum Einzug in den Landtag fehlten lediglich 398 Stimmen.
398 Stimmen entschieden damals über parlamentarische Vertretung oder politischen Ausschluss.

Es kann also wirklich auf jede Stimme ankommen!

Kleinstparteienbingo

Bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gingen allein an einige kleinere Parteien:

  • Tierschutzpartei: 15.279 Stimmen
  • Tierschutzallianz: 5.109 Stimmen
  • Gartenpartei: 8.583 Stimmen
  • Tierschutz hier!: 6.238 Stimmen
  • Die PARTEI: 7.768 Stimmen

Zusammen sind das 42.977 Stimmen.

Das entspricht ungefähr vier Prozent der Wählerschaft.

Anders gesagt: Allein diese Stimmenmenge bewegt sich in einer Größenordnung, die darüber entscheiden kann, ob Parteien die 5%-Hürde überwinden und ob eine Partei eine absolute Mehrheit der Sitze erhält oder nicht.

Natürlich wählen Menschen diese Parteien aus Überzeugung. Und selbstverständlich haben diese Parteien ihre politische Berechtigung.

Doch wer bei dieser Wahl vor allem verhindern möchte, dass die AfD möglichst viel Macht erhält, sollte sich bewusst machen, welche Folgen eine Stimme für eine Partei ohne realistische Einzugschance haben kann.

Fazit: (Strategisch) Wählen schützt die Demokratie!

Wenn du nicht wählst, überlässt du anderen die Entscheidung.

Wenn du eine Partei unter fünf Prozent wählst, setzt du vielleicht ein politisches Zeichen – auf die Zusammensetzung des Parlaments hat deine Stimme aber keinen direkten Einfluss. Gerade in einer Situation, in der die AfD um die absolute Mehrheit kämpft, kann genau das entscheidend sein.

Deine Stimme kann besonders viel bewirken, wenn sie dazu beiträgt, eine demokratische Partei über die 5%-Hürde zu bringen.

Wenn du die AfD schwächen und demokratische Mehrheiten sichern willst, bringt es viel, überhaupt wählen zu gehen. Es bringt noch mehr, eine Partei zu wählen, die die 5%-Hürde schafft. Und am meisten, wenn man mit seiner Stimme eine Partei über die Hürde bringt, die diese laut Umfragen derzeit nur knapp erreicht.

Welche dieser Parteien du wählen sollst, das wollen wir ganz bewusst dir überlassen – wir haben unten einige Wahlprogramme sowie Entscheidungshilfen verlinkt und alle zur Wahl stehenden Parteien aufgelistet. Informiere dich am besten selbst. Und ja, keine Partei mag dir zu 100% gefallen – dann nimm die, die noch am besten ist. Oder auch einfach das kleinste Übel. Das ist nicht zufriedenstellend, aber so funktioniert die Demokratie – wir müssen Kompromisse machen. Wenn du deshalb gar nicht wählst, bekommst du vielleicht am Ende stattdessen das Schlimmste. Ja, wir brauchen viel mehr und eine bessere Wahl. Aber es wird nicht besser, wenn jetzt die AfD gewinnt. Im Gegenteil.

Das kannst du tun!

Du kannst mehr bewirken, als du denkst – viel mehr!

Du hast dich entschieden, wählen zu gehen? Vielleicht hast du sogar schon Briefwahl beantragt. Du hast dir auch schon strategisch Gedanken gemacht, wen du wählst. Klasse gemacht! Aber jetzt kommt der Teil, den die wenigsten ernst nehmen: Deine eine Stimme an der Wahlurne ist nicht das Ende deines positiven Einflusses – jetzt geht es erst richtig los!

Würden alle 710.000 Menschen, die 2021 wahlberechtigt waren und nicht wählen gingen, diesmal wählen gehen und demokratisch abstimmen, fiele die AfD von 41,5 Prozent auf rund 25 Prozent – ein Absturz, der die AfD massiv schwächen würde. Ohne dass auch nur ein einziger AfD-Wähler seine Meinung ändern musste.

Natürlich ist die volle Zahl utopisch. Aber jeder Prozentpunkt, jede Stimme rettet deine Heimat vor Freiheitsverlust, Wohlstandsverlust und der Katastrophe. Und hier kannst du einen echten Unterschied machen: Verteile diesen Flyer, leite den Link zu dieser Website weiter oder erzähl anderen einfach, was wir hier an Fakten gesammelt haben!

Angenommen, nur 1000 von euch lesen diesen Flyer. Jeder von euch überzeugt zwei Menschen aus dem eigenen Umfeld, wählen zu gehen. Damit sorgt ihr dann schon für 2.000 neue Stimmen. Jede dieser 2.000 Personen überzeugt vielleicht wiederum zwei Menschen. Das sind 4.000 weitere. Dann 8.000. Dann 16.000. Nach nur vier Weitergaben habt ihr 30.000 neue Stimmen zusammen – mehr als ein ganzer Prozentpunkt, den die AfD verlieren könnte. Genug, um eine Partei wie die Grünen oder die SPD sicher in den Landtag zu hieven. Und das würde schon reichen, um eine AfD-Regierung zu verhindern.

Ja, ganz von allein klappt das nicht. Aber jeder von uns kann mithelfen und muss nur ein paar Menschen erreichen und überzeugen. Und wir vermeintlich wenigen Menschen können ganz schnell einen riesigen Einfluss haben. Glaubst du nicht? Genau so hat es die AfD doch bisher geschafft, aber mit Hass, Lügen und Misstrauen. So kann es auch mit Mut, Zuversicht und Demokratiebejahung funktionieren. Weil wir doch immer noch viel mehr sind!

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Wie du gut überzeugen kannst

Okay, du willst andere überzeugen. Das ist auch nicht so schwer. Das ist vielleicht die wichtigste Entlastung auf dieser Seite: Du musst keinen einzigen überzeugten AfD-Wähler umstimmen, um Wirkung zu haben.
(Du darfst es gern versuchen – aber die Indoktrination der AfD funktioniert nicht mit rationalen Argumenten und sie reden ihren Anhängern ein, dass jeder, der nicht ihrer Meinung ist, ihr Feind sei. Für die gelten aber die gleichen Tipps wie unten.)
Die Rechnung oben funktioniert aber auch komplett ohne sie.

Du musst die Demokratie nicht im Alleingang retten. Du musst nur deinen Teil leisten und ein kleiner Teil dieser Kette sein. Du verdoppelst und verdreifachst deinen Einfluss mit nur ein paar Gesprächen. Gib diesen Flyer weiter, sprich mit deiner Familie, Freundinnen und Freunden, Kollegen und Kolleginnen, und ermutige sie, ebenfalls ihre Stimme abzugeben. Oder helfe ihnen dabei! Wie du dabei überzeugend und sachlich argumentierst, erfährst du in unserer Broschüre: 10 Fakten gegen rechte Mythen.

Ganz wichtig: Du musst keine Fremden ansprechen – Studien zeigen: Ansprechpartner aus dem persönlichen Umfeld erscheinen glaubwürdiger als jede Kampagne. Ein Gespräch mit dir wirkt stärker als jedes Wahlplakat.

Ein paar Dinge, die nachweislich helfen:
  • Kurz ist besser als lang. Du musst niemanden eine Stunde belagern. Die Forschung zeigt, dass die effektivsten Gespräche maximal drei Minuten dauern. Ein ehrlicher Satz beim Kaffee schlägt den Monolog am Familientisch.
  • Wertschätzung schlägt Vorwurf. Klingt zu einfach, ist aber effektiv: Menschen nur dafür zu danken, dass sie bei der letzten Wahl überhaupt gewählt haben, erhöhte die Wahlbeteiligung um mehr als zwei Prozentpunkte.
    „Schön, dass du letztes Mal wählen warst – gehst du wieder?“ wirkt. „Wie kann man bei dieser wichtigen Wahl nur nicht wählen gehen?!“ ist kontraproduktiv.
  • Zuhören, dann anknüpfen. Frag, was die Person wirklich ärgert – Ärztemangel, Löhne, Busverbindungen. Und dann verbinde es konkret: Eine Partei, deren Abgeordnete sich gegenseitig die Verwandten auf Steuerkosten anstellen, wird sich wohl nicht um diese Probleme nicht kümmern. Du hast gelernt: Entweder will die AfD aktiv dein Leben schlechter machen, macht dir falsche Versprechen, die sie nie umsetzen werden kann oder wenn es etwas Sinnvolles ist, dann wirst du den Vorschlag auch bei einer demokratischen Partei finden.
  • Mach's konkret: Verabredet euch zum Wählen. Der Unterschied zwischen „ja, sollte ich mal“ und einer echten Stimme ist oft nur ein Plan. Frag: Wann gehst du hin – vormittags oder nach dem Mittag? Sollen wir zusammen gehen? Soll ich dir zeigen, wie man Briefwahl beantragt? Wer einen konkreten Plan hat, geht auch. Biete an, was du anbieten kannst: die Erinnerung am Wahlmorgen, die Mitfahrgelegenheit, die fünf Minuten Hilfe beim Briefwahl-Antrag.
  • Wiederhole keine Fakes – auch nicht zum Widerlegen. Falls jemand mit einer AfD-Behauptung kommt, sag zuerst, was stimmt. Erzähl die wahre Geschichte, statt die falsche zu dementieren. Was hängen bleibt, ist das, was du am häufigsten sagst – also sag die Wahrheit öfter als die Lüge. Versuch nicht, jedes komische rechte Märchen zu faktenchecken – du kannst nicht in allen Themen Expertise haben. Und die AfD kann schneller Zahlen und Ereignisse erfinden, als du sie prüfen kannst. Beharre auf dem, was du weißt und lass dein Gegenüber versuchen, gegen die Fakten zu argumentieren, anstatt mit irgendwelchem Unsinn vom Thema abzulenken.

Faktenchecks und Info-Material findest du entweder bei uns auf der Seite oder bei Correctiv usw. oder ganz allgemein in unserer Broschüre "Fakten gegen rechte Mythen", die du auch gleich in deinem Umfeld mit verteilen kannst, wenn du willst. Unten auf dieser Seite werden wir Artikel und Videos bis zur Wahl veröffentlichen mit konkreten Fakten und Fakes zu dieser Landtagswahl.

Und wenn's nichts wird: Lass es gut sein. Nicht jedes Gespräch endet erfolgreich. Das ist okay. Ein freundliches „Denk einfach mal drüber nach“ hält die Tür offen – verschwende nicht deine Zeit auf einen Streit, der am Ende auch die Stimmung zwischen euch trübt – das bringt weder etwas für die Wahl, noch ist es das, was wir wollen. Wir wollen ja eben nicht die Spaltung.

Manchmal reicht auch das Kontra im Moment, das beim Anderen Tage oder Wochen später wirkt.

Was du jetzt konkret tun kannst

  1. Sprich (diese Woche) mit zwei Menschen aus deinem Umfeld, von denen du glaubst, dass sie nicht oder unentschlossen wählen. Wenn du mehr kannst und magst, gerne, aber zwei reichen. Setze dir nicht zu hohe Ziele, wenn es dir sonst zu schwer fällt.
  2. Gib diesen Flyer weiter und verteile ihn in deinem Umfeld – oder bestell dir Nachschub bzw. lade die Druck-PDF herunter und druck es selbst aus. Vielleicht kannst du auch so schon neue Menschen motivieren, neue Überzeugungs-Ketten zu starten oder Tipps und Hinweise zu geben, wie man es machen kann. Verabrede dich mit Gleichgesinnten und macht das gemeinsam!
  3. Hilf bei der Briefwahl. Viele wählen nicht, weil sie zum Beispiel verreist sind und ihnen dann die Briefwahl als zu kompliziert erscheint. Dabei dauert der Briefwahl-Antrag online nur wenige Minuten – zeig es ihnen einmal, und die Person macht es dann vielleicht in Zukunft selbst.
  4. Werde zur Wahltags-Erinnerung. Eine Nachricht am Morgen des 6. September an deine Kontakte, die du vielleicht überzeugt hattest: „Heute ist Landtagswahl – warst du schon wählen?"
  5. Biete eine Mitfahrt oder gemeinsames Wählen an: Eine feste Verabredung motiviert und verhindert spontane Faulheit. Vielleicht kannst du auch weniger mobilen Menschen mit einer Mitfahrgelegenheit helfen?
  6. Teile diese Seite in deinen Gruppen oder in Social Media – das persönliche Gespräch ist am besten, aber wir sollten jede Reichweite nutzen, die wir haben.
  7. Spende für Aufklärung! Wir verteilen viele Flyer kostenlos an lokale Organisationen – spende, um beim Verbreiten zu helfen! Da wir zu 100 % durch Crowdfunding finanziert werden, machen Menschen wie du unsere Arbeit erst möglich! Hilf uns, anderen zu helfen!

Unterstütze JETZT die demokratische Zivilgesellschaft vor Ort!
Hier haben wir einen interaktiven Überblick für dich:

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Demokratische Zivilgesellschaft in Sachsen‑Anhalt

Landtagswahl: 6. September 2026

Die AfD lebt davon, dass sich ihre hasserfüllten, falschen Erzählungen exponentiell verbreiten, während die demokratischen Fakten zu Hause bleiben. Drehen wir es um. Du hast eine Stimme – und ein Umfeld. Wenn du zwei Menschen überzeugst, hast du deinen Einfluss verdreifacht. Wenn die es dir nachmachen, entsteht genau die Kette, gegen die keine Parteikasse, Millionärs-Spenden oder Schützenhilfe aus Russland ankommt: Menschen aus Sachsen-Anhalt, die sich zuhören und vertrauen.

Rund 26.000 Stimmen kosten die AfD einen Prozentpunkt. Und der kann der Unterschied zwischen Freiheit oder Dunkelheit für Sachsen-Anhalt sein.

Also, los geht's! Vertausendfache deinen Einfluss! Wir sind mehr – das sollten wir auch nutzen.

Wann: 6. September 2026. Die Wahllokale sind an diesem Tag von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Wer: Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsangehörigen, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten in Sachsen-Anhalt gemeldet sind.

Wo: Im dir zugewiesenen Wahllokal (steht auf deiner Wahlbenachrichtigung) oder per Briefwahl.

Und jetzt: Sag es weiter – und am 6. September ab zur Wahl! 🙂

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Wählen gehen

Die Landtagswahl selbst läuft genauso ab wie alle anderen Wahlen zuvor auch.

Ihr dürft eine Erststimme (Direktkandidierende) und eine Zweitstimme (Parteien-Liste) abgeben und wie immer nur ein Kreuz pro Spalte machen.

Die Wahllokale sind am Wahlsonntag von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, die Auszählung erfolgt direkt danach öffentlich.

Für die eigentliche Wahl benötigt ihr eure Wahlbenachrichtigung und/oder euren Personalausweis (ein deutscher Reisepass oder amtliches Lichtbilddokument anstelle des Personalausweises geht zur Not auch). Aber am besten habt ihr den Personalausweis immer dabei!

Bitte nicht unterschreiben, keine Bilder malen, keine schriftlichen Kommentare auf dem Stimmzettel hinterlassen.

HIER findest du nochmal alle Informationen zum Wahlvorgang in einfacher Sprache.

Briefwahl & vorab Wählen

Bitte achtet auf die Informationen eurer lokalen Wahlämter.

Eingang der Briefwahlunterlagen bis spätestens am Wahltag 18:00 Uhr. Hierfür gibt es meist auch ausgeschriebene Briefkästen zum Selbsteinwerfen. Plane immer die Dauer für den Postversand großzügig mit ein – vor allem, wenn Du die Wahlunterlagen ins Ausland geschickt bekommst und von dort zurückschickst.

  1. Antrag: Wende dich dafür an das Wahlbüro in deiner Gemeinde. Ein Wahlschein kann bis spätestens zum 4. September um 15.00 Uhr beantragt werden. Die Beantragung kann online, postalisch oder direkt im Wahlamt erfolgen. Briefwahlunterlagen können NICHT im Landtag beantragt werden.
  2. Wahlunterlagen: Nach der Antragstellung erhältst du die Wahlunterlagen:
    • Wahlzettel (mit den Kandidierenden und Parteien)
    • Wahlschein (Bestätigung der Briefwahl)
    • Umschlag (für den Wahlzettel)
    • Roter Rückumschlag (für die Rücksendung der Unterlagen)
  3. Ausfüllen: Fülle den Wahlzettel aus und lege ihn in den Umschlag.
  4. Rücksendung: Gefüllter Umschlag und Wahlschein in den roten Rückumschlag. NUR der Wahlschein (nicht der Wahlzettel, wo du deine Kreuze machst) muss unterschrieben werden! Sende diesen an die Wahlbehörde. Der Umschlag muss spätestens am Wahltag dort ankommen.
    Du kannst den Brief auch persönlich vorher in Briefwahllokalen oder extra(!) dafür bereitgestellten Briefkästen abgeben. (Informiere dich bei deiner Kommune.)

Achtung:
Briefwahl beantragt, aber doch vor Ort wählen: Das geht, nehmt aber UNBEDINGT den euch zugesendeten Wahlschein mit!

Fristen beachten: Die Wahlunterlagen müssen spätestens am Wahlsonntag um 18:00 Uhr bei der zuständigen Stelle eingehen.

Wahlzettel richtig ausfüllen: Achte darauf, dass der Wahlzettel ordnungsgemäß ausgefüllt und verpackt ist, um eine gültige Stimme abzugeben.

Im Notfall

Wegen einer fehlenden Wahlbenachrichtigung dürft ihr nicht abgewiesen werden, der Personalausweis (oder deutscher Reisepass bzw. anderes amtliches Lichtbilddokument) reicht zur Not aus.
Achtung, dies gilt nicht bei zuvor beantragter Briefwahl! In dem Fall müsst ihr unbedingt die erhaltenen Unterlagen mitbringen!

Erkrankt man plötzlich schwer und kann das Wahllokal nicht aufsuchen, ist eine Beantragung der Briefwahl – durch einen Bevollmächtigten – auch noch bis zum Wahltag bis 15:00 Uhr, möglich. Eine entsprechende Vollmacht ist vom Wahlberechtigten zu erteilen.

Alle wichtigen Dokumente, Termine und offiziellen Bekanntmachungen für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findest Du hier.

Parteien-Check

Welche Partei passt zu Deinen Positionen?

Für die Landtagswahl in Sachsen-Anhlat gibt es ein paar Tools, die bei der Wahl-Entscheidung helfen wollen:

Sachsen-Anhalt – aber demokratisch.

Taktisch wählen gibt dir mithilfe deiner Postleitzahl einen Wahlvorschlag, wer am wahrscheinlichsten AfD-Direktkandidierende verhindern würde und welche Partei als Zweitstimme sinnvoll sein könnte. [FAQ]

© bpb

Der Klassiker: Wahl-O-Mat

Hier können die Parteien ausgewählte Fragen mit ihren Wahlversprechen beantworten. Beantworte die Fragen selbst und vergleiche im Anschluss die Positionen.
Ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung.

Wahlprogramme 

CDU:
Wahlprogramm (PDF)

Die Grünen / Bündnis 90:
Wahlprogramm (PDF)  • Kurzwahlprogramm  •  Leichte Sprache (PDF)

Die Linke:
Wahlprogramm (PDF) 

FDP:
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SPD:
Wahlprogramm (PDF)  •  Wahlprüfsteine

Auswahl: Demokratische Parteien, die bei der letzten Wahl in Fraktionsstärke eingezogen sind.

Alle Parteien auf meinem Wahlzettel:

  1. Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
  2. Alternative für Deutschland (AfD)
  3. Die Linke (Die Linke)
  4. Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
  5. Freie Demokratische Partei Deutschlands (FDP)
  6. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)
  7. FREIE WÄHLER (FREIE WÄHLER)
  8. Basisdemokratische Partei Deutschlands (dieBasis)
  9. PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)
  10. Gartenpartei (Gartenpartei)
  11. Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (DIE PARTEI)
  12. Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (TIERSCHUTZALLIANZ)
  13. Bündnis Sahra Wagenknecht — Vernunft und Gerechtigkeit (BSW)
  14. Partei des Fortschritts (PdF)
  15. Volt Deutschland (Volt)

Quelle: mdr.de

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