Über Fleisch essende Männer und nackte Frauenkörper

Wenn man sich einmal die Werbung anschaut, weiß man: Männer essen Fleisch, sind triebgesteuert und stark. Die Frau ist die Hure oder die Heilige. Aber auf jeden Fall nackt. Doch ganz verrückte Menschen hinterfragen diese Einteilung nun.Mann und Frau+++Intern+++Vertraulich+++Nicht zur Weitergabe bestimmt+++

Wann ist Maaann ein Maaahahan? Grönemeyer fragt, wir antworten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

jahrhundertelang konnten wir mit gewissen Bildern arbeiten und werben, um unsere Produkte an den Mann, oder besser noch, an die Frau zu bringen.

Für die Frauen hatten wir je nach Produkt die liebevolle Mutter, die sorgende Gattin, den Vamp, die Mädchenhafte und die Karrierefrau.

Zu unserem Leidwesen beginnen viele Menschen nun diese Rollen zu hinterfragen. Nicht nur erklären Frauen und unterstützende Nichtfrauen, dass die Reduzierung einer Frau auf eine Rolle oder ein geringes Rollenrepertoire unzeitgemäß und unwürdig ist, sie beginnen auch zu fragen, ob sich Geschlechter nun an Chromosomen, an Phänotypen, an Vorlieben oder Fähigkeiten festmachen. Sogar, ob eine recht starre Einteilung in zwei oder mehr Geschlechter nun nötig sei, wird mittlerweile bezweifelt.

Wer kennt sie nicht, die sog. Shitstorms, die über ein Unternehmen hereinbrechen, welches Alkohol, Autos, Duftwässer und andere Produkte mit nackten Frauenkörpern oder den von uns geschätzten Stereotypen bewirbt?

Da helfen selbst unsere letzten Bastionen, also die Frauen, die erklären, sie seien ja selbstbewusst genug, um mit solcher Werbung klar zu kommen, Kritik an sog. sexistischer Werbung sei nur Neid unattraktiver Frauen und Männer, die alles geil finden und FeministInnen ablehnen, nicht mehr.

Wir müssen uns in Zukunft in Bezug auf Frauenbilder verändern und bei Männern verstärkt darauf achten, nicht die ihnen zugedachten Rollen zu hinterfragen und womöglich zu verlassen.

Männer sollen sich sehen als:

  • körperlich stark
  • überwiegend an Frauen interessiert und alles unternehmend, um die attraktivsten für sich einzunehmen
  • vor allem weiß, schlank und mit maximal einer Sehbehinderung
  • besonders triebgesteuert
  • in besonders hohem Maße Tierfleisch, Alkohol, Tabak, Autos und Motorräder konsumierend
  • kämpferisch
  • nicht unbedingt sozial kompetent

Um Männer als kaufkräftige und leicht lenkbare Zielgruppe zu erhalten, sollten wir eine gemeinsame Strategie fahren und uns an folgenden Produktwerbungen ein Beispiel nehmen.

Bespiel eins und eines der besten Vorbilder.
Männer werden hier, im direkten Vergleich mit Frauen, als absolute Fleischfresser (Pflanzen werden weggeworfen), Couchpotatoes und stumpf (sitzen vor dem Fernseher oder dem backenden Ofen) dargestellt.

Beispiel zwei.
Männer essen Tierprodukte. Viele Tierprodukte. So viele, wie auf einen Burger nur passen wollen.Männer und FleischBeispiel drei.

Tierprodukte zubereiten und Frauen für sich gewinnen wollen, das muss er.

Beispiel vier.

Kein Tierfleisch essen ist voll unmännlich, öko, peinlich… (Die ganze Videoreihe ist vorbildlich…)

Bitte bemühen Sie sich gemeinschaftlich um einen Erhalt der Rollenklischees für alle, die sich als Männer sehen und von anderen als Männer gesehen werden möchten.

Sollten auch Männer und ihre Unterstützung beginnen, sich gegen veraltete und engstirnige Rollenklischees aufzulehnen, wird in einem ungeahnten Ausmaß Innovation von uns verlangt.

Die Folge daraus:
– Überstunden
– Burnouts
– Breite Marktforschung, inklusive der Kosten
– Shitstorm-Management

Sollten Sie Rückfragen haben, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an uns. Projektskizzen und Sujetentwürfe können binnen drei Werktagen geprüft und mit Feedback versehen, rückgesendet werden.


– Text: Hella Martin

  

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