Pelz – In den Club kommst du nicht, aber an den Bommel

Da ganze Pelzmäntel und erkennbare Tierköpfe und Füße an der Kleidung seit einigen Jahren zum schlechten Ton gehören, wird (leider sehr erfolgreich) versucht, dieses “Material” des doppelten Grauens versteckt und kleinteilig und gern auch falsch deklariert unter das Volk zu bringen.FuchsPelzverbot in Clubs: Fuchs, Nerz – ihr kommt hier nicht rein!” titelte die FAZ, um über die Entscheidung des Club Hiltl zu berichten, Pelzträger nicht mehr hineinzulassen, um danach kurz anzureißen, dass Pelz wohl in Bezug auf die Tiere irgendwie problematisch sei und letztlich aber doch mit einer Werbung pro Pelz zu schließen.

Nicht jeder Pelz sei gleich ein schlechter Pelz. Immerhin würden Haut und Haare von Rotfüchsen, die zur “Regulierung des Artbestandes” erschossen würden ja im Müll landen, würden sie nicht zu Mänteln verarbeitet weden. Warum dies für das Opfer nun schlechter sein solle, als als Kleidungsstück verschlissen zu werden, erschliesßt sich da wohl nur denen.

Für das jeweilige Tier und diejenigen, die ihm nahestehen, bedeutet es immer einen frühen Tod und potentielles Leiden, wird es Opfer eines Abschussplanes.

Da ganze Pelzmäntel und erkennbare Tierköpfe und Füße an der Kleidung seit einigen Jahren zum schlechten Ton gehören, wird (leider sehr erfolgreich) versucht, dieses “Material” des doppelten Grauens versteckt und kleinteilig, gern auch falsch deklariert unter das Volk zu bringen.

Der Bommel an der Mütze vom Weihnachtsmarkt, der Jackenkragen oder auch das Accessoires an Taschen, Stiefeln oder sogar der Handyhülle, ist leider viel zu oft aus echtem Fell gemacht. Günstig, rasiert und eingefärbt, fällt es schwer, echten Pelz von einem Kunstfell zu unterscheiden.

Dass echter Pelz für den mittlerweile recht informierten europäischen Markt falsch deklariert wird, schafft zusätzlich Verwirrung und Enttäuschung.

Die Pelzindustrie (so entsteht Pelz) freut es sehr, dass sie sich inzwischen, wenn schon nicht mit dicken yetiesken Mänteln am Markt, dafür aber mit kleinen Pelzstücken, für die trotzdem jeweils ein Tier qualvoll sterben musste, in der Öffentlichkeit behaupten kann.

Da hilft nur, ganz genau darauf achten, was beim Kleidungskauf erworben wird, indem man einige Tests durchführt oder am besten alles meidet, was auch nur annähernd nach Pelz aussieht. So verschwindet dieser Anblick nach und nach wieder aus dem Stadtbild und den Bekleidungsgeschäften und die Wahrscheinlichkeit, dass mal ein echter Pelz versehentlich gekauft wird, verschwindet.


– Text: Hella Martin

  

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