Zahl deinen Kirchentag doch selbst!

Die Kirchentage und andere religiöse Veranstaltungen werden in Deutschland zu zwei Dritteln aus öffentlicher Hand bezahlt. Es ist nicht richtig, dass wir alle für die Feste einiger bezahlen müssen.
Kirche FlorenzHeute kam ich in den Genuß eines Vortrages von Daniela Wakonigg im Salon des Amateurs in Bezug auf die Finanzierung von Katholikentagen, Kirchentagen und Ökomenischen Tagen durch die öffentliche Hand. Zunächst ein Lob an die Orga und ein riesiges Kompliment an die Vortragende.
Die Finanzierung von Kirchen- und Katholikentagen als Thema wirkt zunächst einmal recht trocken. Im absoluten Gegensatz dazu war der Vortrag mitreißend und unterhaltsam.
Überraschend war zunächst einmal die Tatsache, dass diese religiösen Veranstaltungen von öffentlicher Hand mitfinanziert werden. Und zwar zu einem Drittel von der Stadt in der sie stattfinden und zu einem weiteren Drittel vom jeweiligen Bundand, in welchem sie stattfinden. Dass noch keinerlei Diskussion über eine Streichung der Mittel oder teilweise selbst eine Prüfung der eingereichten Finanzierungsgesuche stattfand, war die nächste Überraschung.
Auf den Schreck jedoch gab es auch eine gute Nachricht. 11Tes Gebot setzt sich mit auffälligen Aktionen und Informationen an Politiker_innen und Wähler_innen dafür ein, dass die Sommerfeste der großen Kirchen nicht mehr von uns allen bezahlt werden.
Immerhin könnten die in die Feste gesteckten Gelder nicht nur den hoch verschuldeten Städten zu Gute kommen, sondern sollten auch nicht von Menschen stammen, die zum einen keinerlei Bezug zum Christentum haben (Beispiel Leipzig mit nur 4% Katholiken) und zum anderen keine hundert Euro Eintritt zu einem Sommerfest zahlen, zu welchem sie ausgeschlossen sind.
  
Kirchentage refinanzieren sich nicht
  
Aufgedeckt wurde auch, dass Veranstaltungen bei den diversen Kirchentagen nicht so gut besucht wurden wie angenommen und die gezahlte Finanzierung nicht in die Stadtkasse in Form von Mehreinnahmen über die Gewerbesteuer zurückfloss. Eine Analyse von 2009 fand gar heraus, dass die Besucher “low budget” Touristen sind, die nicht überwiegend in Hotels übernachten und ihre Mahlzeiten in den Restaurants der Stadt einnehmen.
Nach vielen weiteren wichtigen Hintergrundinformationen folgte noch der Hinweis, dass wir alle etwas gegen die eigentlich unbeabsichtigte Verknüpfung von Kirche und unserem Staat tun können. Die Information unserer Mitmenschen, das Durchführen von Aktionen mit einigen Gleichgesinnten, der Diskussionsanstoß bei Regierungsorganen usw. sind unsere Mittel, um gegen eine Verschwendung unserer Gelder in Feste der reichen Kirchen vorzugehen.

– Text: Hella Martin

Zum Thema: Aus der Kirche austreten? Aber klar doch!

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes
One Comment