So einfach bekommst du Nacktbilder von deinen Facebook-Freunden

Schon mal auf unseriös klingende Links geklickt? Kein Grund, sich zu schämen. Jeder von uns stolpert mal über eine Seite, die verdächtige (oder nicht so verdächtige) Dinge behauptet. Hella Martin über kritisches Artikellesen.

Laszive FrauAlso auch wenn ich gerne von dem einen oder anderen Facebookfreund Nacktbilder hätte – Wie du da ran kommst, steht hier leider nicht drin. Zumindest gib es jetzt schon einmal Aufmerksamkeit.

Und die muss man sich sonst ja bisweilen mit abwegigen Verschwörungstheorien, rechten Parolen oder wenigstens Nacktbildern hart erarbeiten.

Aber jetzt mal im ernst. Das Internet ist eine gigantische Sammlung von Informationen und unterschiedlichen Seiten. Da kann man auch einmal zu der einen oder anderen unseriösen Quelle gelangen. Das ist sicher kein Beinbruch, zumal auch etliche Medien und auch Politiker_innen schon Enten aufgesessen sind.

Klingt eine Nachricht wirklich völlig abstrus (z.B. Geflüchtete erhalten in Deutschland bei Ankunft Auto, Wohnung, Mobiltelefon und monatlich 2000€ in bar) oder zu gut um wahr zu sein (z.B. 12 einfache Tipps, so sparst du 10.000€ im Jahr im Haushalt), kann man ja einmal einen weiteren Augenblick in Recherche investieren.

Bei privaten Blogs geben die Autor_innen neben einer Recherche oft auch ihre Meinung wieder. Geht diese in eine bestimmte Ecke, werden gern auch Quellen oder Primärtexte so gelesen oder gedeutet, dass sie zur Meinung passen.
Das heisst, es ist sinnvoll dies vor dem Teilen oder übernehmen zu bedenken und sich zu fragen, ob Idas und Werner Traudner-Billichs Ansichten zu Geflüchteten, Außerirdischen und Impfungen unbedingt weitere Verbreitung erfahren sollten oder besser nicht.

Auch bei Veröffentlichungen von Unternehmen oder Organisationen kann davon ausgegangen werden, dass versucht wird die eigenen Produkte, Erfolge oder Ziele in das bestmögliche Licht zu rücken.

Bei manch einem Medium, Internetstar, Unternehmen oder sonstigem Meinungsmacher hilft bisweilen die Suche nach dem Namen oder dem Namen plus dem Begriff “Kritik”. Oft hilft das Lesen von Kritik bei der Einordnung der Quelle.

Auch die Verwendung bestimmter Begriffe lässt Rückschlüsse darüber zu, ob die schreibende Person in eine bestimmte Richtung strebt.(Zum Beispiel „Gutmensch“)

Primärquellen sind oft seriöse Quellen, jedoch nicht immer und für jeden leicht zu verstehen. So zum Beispiel Gerichtsurteile, Gesetzestexte, Presseaussendungen von Behörden, Unternehmensentscheidungen, Jahresberichte von NGOs usw. Auch ist z.B. unsere Regierung nicht unfehlbar, sodass auch ihre Statistiken zum Antibiotikaeinsatz in der Tiermast womöglich einer Überarbeitung bedürfen.

Informationen aus Primärquellen werden zumeist von größeren Medien aufgegriffen, aufbereitet und kommentiert. Gegen Ende des Jahres veröffentlichen einige von ihnen zum Beispiel die rechtlichen Neuerungen für das nächste Jahr. Das erspart uns die intensive Recherche, gibt uns aber Anhaltspunkte darüber, ob wir ein für uns relevantes Thema näher beleuchten müssen.

Ein wenig Recherche kostet zwar Zeit und liefert manchmal auch ernüchternde Erkenntnisse, hilft aber dabei die Online-Welt und Stammtische zu etwas saubereren Orten zu machen.

Hat man aber einmal in die Scheibtruhe des Linkwahnsinns gegriffen, heisst das nicht, dass der Fehlgriff bis aufs Blut verteidigt werden muss. Kritik, Argumente und Informationen zum Thema können auch angesehen und danach bewertet werden.

P.S.: Satiremagazinen wie dem Postillon sollte man übrigens immer vetrauen. Denn nur so weiss man sicher, wo als nächstes Chemtrails gesprüht werden 😉


– Text: Hella Martin

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