Wie Pegida und die AfD mit dem Islamischen Staat zusammenarbeiten

Pegida, AfD und Co. sehen sich gerne als die ärgsten Widersacher des islamistischen Terrorismus wie dem so genannten IS. Doch sie sind in Wahrheit die besten Gehilfen der Terroristen. Sie verbreiten kostenlose PR und lassen den IS mächtiger erscheinen als er ist. Und sie schüren Angst vor den Flüchtlingen: Genau das, was der IS will.

Pegida & ISNatürlich sind sich Fremdenhasser wie die Pegida dessen nicht bewusst und versuchen nur selbst aus der Flüchtlingskrise Kapital zu schlagen. Wenn sich ein glücklicherweise Ex-„Die Welt“-Journalist direkt nach dem Anschlag in Paris darüber freut, dass dies die Debatte über die Flüchtlinge „in eine ganz neue frische Richtung“ bewegen wird und die Pegida Applaus nach dem abgesagten Länderspiel der Fußballnationalmannschaft der Herren mit Sätzen wie „[Wir] wissen jedoch, dass wir auf einem Pulverfaß mit brennender Lunte sitzen“ erntet, dann gewinnen die Xenophoben durch den Terror an Einfluss. Die Pegida sieht sich als das Bollwerk gegen islamistischen Terrorismus, dem sie sich „mutig“ in den Weg stellt.

„Wir alle lassen uns nicht von dieser Angst beeinflussen. Wir alle zeigen Woche für Woche Gesicht.“ (17. November, Pegida-FB-Seite)

Und den Post beenden sie mit „#‎AsylbetrügerRaus‬“ und “ #‎GrenzenDicht‬„. Sie haben keine Angst? Doch, sie haben sehr viel Angst. Angst ist die fundamentale Emotion, auf der die neue rechte Welle in Deutschland fußt. Angst vor dem Islam. Angst vor Flüchtlingen. Angst vor „Überfremdung“. Die Terroristen sollen sich als Flüchtlinge getarnt haben. Also ist jeder Flüchtling ein potentieller Terrorist. Das ist Angst.

Und wovon der IS lebt, ist Angst.

  

Das Erfolgsmodell des IS basiert auf Angst

  

Warum ist gerade der IS so erfolgreich? Sie sind barbarisch, äußerst extrem und eigentlich weit weg. Doch der IS hat es geschafft, eine Marke zu werden. Sie haben es wie keine andere Terrororganisation geschafft, das Internet für PR zu nutzen. Grausame Hinrichtungen westlicher Journalisten, die ausführlich geplanten Überfälle zB. auf die irakische Millionenstadt Mossul. Man infiltrierte die Verteidigung und inszenierte dann eine Eroberung, die eigentlich keine war, um sich so einen Anstrich von Unbesiegbarkeit zu geben. Und die westlichen Medien verbreiteten die Propaganda mit Vergnügen – Denn Horror, Terror und Angst machen sich gut in den Schlagzeilen. Deshalb muss der IS nur dafür sorgen, dass sie immer genug Horrortaten begehen, um in den Medien zu bleiben. Und jeder Facebookpost, der ihre Gräueltaten verbreitet, trägt zur Angst vor dem IS bei. Zu dem Mythos, der tausende junge Menschen weltweit anzieht. Sie geben sogar ein englischsprachiges Magazin heraus, der „Dabiq“, indem man nachlesen kann, wie man IS-Dschihadist werden kann. Der IS gibt sich radikal. Denn nur Radikalität und Absolute bringen die Menschen auf die Straße. Eine differenzierte Weltsicht bringt niemanden dazu, sich in die Luft zu sprengen.

Doch der IS hat es geschafft: Obwohl ursprünglich nur im Irak und in Syrien anzutreffen, kann er jetzt überall sein: In Paris, in Brüssel, in einem Flüchtlingslager, unter meinem Bett. Wir haben Angst. Und wenn wir Angst haben, handeln wir nicht rational. Wenn wir Angst haben, halten wir unseren Feind für mächtiger als er ist. Doch der IS hat eine große Schwachstelle in seinem Mythos.

  

Die Schwachstelle des IS? Das sind die Flüchtlinge

 

Jeder Moslem, der vor dem IS flieht, ist der lebende Beweis dafür, dass das so genannte Kalifat des Islamischen Staat eine Farce ist. Eine Lüge. Nicht das versprochene Paradies, sondern die Hölle. Wenn ein Muslim lieber in das christliche Europa flieht, bedeutet das eines: Er flieht dorthin, wo er sich Verbündete und Hilfe erhofft. Er flieht dorthin, wo er sich Gleichgesinnte erhofft. Die radikalen Islamisten sind im IS, doch der Syrer, der vor dem Bürgerkrieg flieht, fühlt sich mehr verbunden mit Europa und seinen Werten von Toleranz und Religionsfreiheit. Jeder einzelne Flüchtling ist ein Beweis dafür, dass der IS verliert. Und die Anführer der Terrororganisation wissen dies.

Sie senden Videos und Botschaften an die Flüchtlinge. Sie behaupten, die Europäer werden sie dazu zwingen, zu konvertieren. Sie zeigen Aufnahmen davon, wie schlecht es Flüchtlingen in Europa geht, wie schlecht sie behandelt werden. Sie behaupten, dass Europa nur deshalb die Flüchtlinge aufnimmt, weil es den Anteil der nicht-muslimischen Menschen in Syrien erhöhen will, um ISIS zu besiegen. (Hier mehr Hintergrundinfo)

Klingt vertraut? Pegida und Gesinnungsgenossen behaupten, der IS schicke die Flüchtlinge nach Europa, um den Anteil der muslimischen Menschen zu erhöhen. Was davon ist jetzt wahr?

Natürlich nichts davon.

 

Mit den Terroranschlägen von Paris will der IS eines erreichen: Er will, dass sich Europa gegen die Flüchtlinge im speziellen und gegen die Muslime im Allgemeinen richtet

 

Die Terroristen wollen, dass wir alle Muslime verdächtigen. Sie wollen, dass wir alle Flüchtlinge verdächtigen. Denn wenn wir das tun und uns gegen unsere muslimischen Mitmenschen wenden, dann werden wir sie in die Arme der Extremisten und Terroristen treiben. In dem Moment, in dem die Lage für Flüchtlinge in Europa schlimmer wird als im IS, ist der Moment in dem der Islamische Staat gewonnen hat. Denn dann hat er seine Armee und seine Anhänger. Und dann haben wir den Krieg.

Organisationen wie die Pegida und Parteien wie die AfD brauchen den IS und der IS braucht sie. Sie sind zwei Seiten einer Medaille aus Hass und Ignoranz. Sie brauchen sich gegenseitig als Feindbilder, um selbst wachsen zu können. Wenn Deutsche in Dresden Montags spazieren gehen, demonstrieren sie nicht Frieden und Weltoffenheit, sondern sie gießen Öl ins Feuer. Beide leben davon, dass man nur in Extremen denkt. In „Sie“ und „Wir“, in Gut und Böse. In Muslime und Christen.

Wenn sie Stimmung gegen Flüchtlinge machen und sich sich Lügen ausdenken, um ihre Meinung zu legitimieren, dann reibt sich der selbsternannte Kalif des IS vor Freude die Hände. Denn wenn die Flüchtlinge nicht mehr zu uns fliehen können, müssen sie bei ihm bleiben. Wir können den Terror besiegen, indem wir die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen.

Ja, wir dürfen keine Angst vor den Terroristen haben. Deshalb müssen wir die Opfer dieses Terrorismus bedingungslos bei uns aufnehmen. Wir müssen die Werte erhalten, für die wir stehen. Wir müssen unseren gleichgesinnten muslimischen (und nicht-muslimischen was das betrifft!) Mitmenschen die Hand reichen und ihnen zeigen, dass wir besser sind als der IS. Dass das, was der IS über Europa erzählt, Lügen sind. Dass wir keine Angst haben, ihnen zu helfen.


– Text: Thomas Laschyk

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