Abschlusskundgebung der Fusionsgegner auf dem Rathausplatz

Am letzten Tag vor der entscheidenden Abstimmung zur Zukunft der Stadtwerke Augsburg haben die Gegner der Fusion auf dem Rathausplatz noch einige letzte skeptische Bürger aufgeklärt und das Ende des mühseligen Kampfes gegen die übermächtige Stadtregierung und den lokalen Energiekonzernen mit Musik gefeiert.

Eine Fusionsgegnerin mit Hula Hoop Reifen

Der harte Kampf der Initiative „Augsburger Stadtwerke in Augsburger Bürgerhand“ fand gestern Abend sein Ende, heute entscheiden die Augsburger, ob sie ihre Stadtwerke fusionieren werden oder nicht. (Unser Kommentar dazu hier) Doch dass sie diese Möglichkeit überhaupt erst bekommen konnten, war bereits ein gigantischer Erfolg der Bürgerinitiative. Oberbürgermeister Gribl und der Stadtregierung war es monatelang ein Unterfangen, eben diese Abstimmung zu verhindern, um alleine und hinter verschlossenen Türen die längst ausgemachte Fusion zur Tatsache zur machen. Wobei man meinen könnte, die Fusion sei bereits geschehen, wenn schließlich Gribl bereits Vorstandsvorsitzender beider Unternehmen ist, Klaus-Peter Dietmayer das Amt des Geschäftsführers in beiden Unternehmen inne hat und auch Mitarbeiter der Erdgas Schwaben auf den Wahlplakaten als SWA-Mitarbeiter ausgegeben werden.

Die Stadtregierung ließ sogar das erste Bürgerbegehren, welches die Fusion der Entscheidung der

Bruno Marcon
Bruno Marcon

Bürger überlassen wollte und dazu das Quorum erreichte, für unzulässig erklären. Doch die Aktivisten, allen voran Bruno Marcon sammelten in Rekordzeit erneut die nötige Unterschriftenzahl mit einer vor Gribl selbst vorgeschlagener Formulierung und erreichten so letztendlich doch noch, dass der Bürger selbst über die Zukunft seiner Energieversorgung abstimmen kann.

Doch dort war der Kampf noch nicht zu Ende: Die Stadt und die Stadtwerke fuhren schwerste Geschütze in Sachen Werbung auf und investierten in eine ca. 500.000€ teuere Werbekampagne, mit hunderten Plakaten und sogar einer eigenen Website. Die Fusionsgegner, die ehrenamtlich arbeiten und ihre Freizeit und privaten Vermögen opfern müssen, können dieser medialen Übermacht beinahe nichts entgegen setzen. Lediglich Otto Hutter, Stadtrat von den Linken finanzierte privat seine „Wer fusioniert, wird ausgeschmiert“-Plakate und die Augsburger Grünen hingen informative Plakate auf. Dennoch informierten sie unermüdlich in der Augsburger Innenstadt und auch auf anderen Plattformen über die von der Pro-Seite verschwiegenen Folgen der Fusion.

Ob die mühselige Arbeit Früchte tragen wird, wird sich zeigen, sobald die Wahllokale um 18:00 Uhr schließen.

Nein zur Fusion
Überall in der Innenstadt zu finden: „Nein zur Fusion“-Besprühungen

Mit einer letzten Kundgebung vor der Wahl feierten auf dem Rathausplatz ihre großartige Arbeit. Neben dem obligatorischen Stand, gab es auch ein unterhaltsames musikalischen Bühnenprogramm. Um 15 Uhr ging es los mit „Jan“, der in Singer-Songwriter-Manier unsere Veranstaltung musikalisch eröffnet hat. Um 16 Uhr kam dann „Katze mit Bart“ an die Reihe und haben mit Gitarre und Percussion aufgespielt. Im Anschluss um 17 Uhr kam das „John Garner Duo“ auf die Bühne und haben
mit feinen Gitarrenrhythmen und mehrstimmigem Gesang der Veranstaltung Glanz verliehen. Bevor die DJs „Steve Phater“ den Rathausplatz in eine Tanz-Arena verwandelt haben, gab „Martin Dix“ seine Digeridoo- und Percussionkünste zum Besten.

Martin Dix
Martin Dix

 

Wie die Zukunft der Augsburger Stadtwerke aussehen wird, wird sich am Sonntag Abend zeigen. Gewählt wird am 12.07. zwischen 8:00 und 18:00 Uhr.


– Text: Thomas Laschyk

 

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