Vom Osterhasen niedergeknüppelt

 

Vergangenen Samstag wurden Annastraße und Rathausplatz zu Schauplätzen einer gängigen Praxis der Ei-Industrie: Das Kükensexen. Für diejenigen, die sich nichts darunter vorstellen können oder dabei an etwas nicht jugendfreies denken, veröffentlichen wir unseren Bericht und klären auf.

 

Der Wollküken-Schredder

 

Fast schon fröhlich grinsten die selbstgebastelten Wollküken auf dem Laufband der Tierrechtsinitiative Augsburg e.V., welches sie geradewegs in den blutverschmierten Schredder manöartike1.2vrierte. Was hier jedoch nach Komik oder Witz anklingt, ist brutale Realität für bis zu 50 Millionen Küken im Jahr, die alles andere als fröhlich grinsen. Weil männliche Hühner für die Ei-Produktion ökonomisch „nutzlos“ sind, werden diese für die Legehennenzucht noch am ersten Lebenstag kurz nach dem Schlüpfen vergast und zerschreddert. Diese Praxis, im Fachjargon Sexen genannt, ist in Deutschland vollkomen legal und wird bei sämtlichen Zucht und- Haltungsformen der Legehennen angewandt.

 

Unter dem Motto „Wir sterben für eure Eier“ machte der Verein Tierrechtsinitiative Augsburg mit seiner Illustration des Schicksals unzähliger männliartikel1.1cher Küken auf die derzeitigen Zustände aufmerksam und gab gleichzeitig Anleitung, wie man auch ohne Eier sämtliche Leckereien einfach und schnell zubereiten kann. Dafür wurden viele Handzettel verteilt, die von einigen abgelehnt, doch von über 1000 Menschen begrüßend entgegengenommen wurden.

 

 

Flashmob am Rathausplatz

 

Wen es jedoch nicht in die Annastraße, sondern an den Rathausplatz in die Sonne verschlug, verpasste nichts. Denn auch hier veranstalteten einige Aktivisten eine spontane Präsentation des Kükensexens. Während zunächst ein freundlicher Osterhase angemalte Eier an sich sonnende Augsburger verteilte, verwandelte sich dieser mit dem Einfahren der nächsten Straßenbahn zu einem brutalen Schläger.

 

Denn aus der Straßenbahn stürmte ein kleiner Haufen als Küken verkleideter Aktivisten, die wild umher rannten und laut piepten. Die klar als männlich gekennzeichneten Küken brachte der nun weniger freundliche Osterhase mit einem Knüppel mitlartikel2eidlos zur Strecke und entriss den weiblichen Küken brutal ihre Eier. Über ein Megafon ertönte dabei mehrmals die Nachricht, dass jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken ihr jähes Ende als Eintagsküken finden. Zurück blieben Handzettel, einige Fotografen und viele interessierte Zuschauer.

 

 

– Text: Vanessa Magri, Bilder: Claus-Theodor Riegg

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes