Wen wählen wir? – Polit-WG

Was ist „Wen wählen wir?“

 

In wenigen Wochen schon findet die Kommunalwahl statt und man hat einige Parteien zur Auswahl. Da Pluralismus das Rückrat einer funktionierenden Demokratie ist und auch neue Ideen Gehör finden sollen, werde ich nacheinander die Parteien vorstellen, die medial nicht im Zentrum der Öffentlichkeit stehen. Ich will euch die Alternativen zur „Mainstream“-Politik zeigen und was diese zu bieten hat.

 

Vor kurzem habe ich über den Endspurt des Unterschriftensammelns auf der Blauen Kappe berichtet und dabei bin ich bereits kurz auf die Polit-WG zu sprechen gekommen. Da sie ihr nötiges Pensum erreicht haben, dürfen sie aber natürlich nicht in der Serie „Wen wählen wir?“ fehlen.

PolitWG

 Die Anti-Partei

 

Die Polit-WG ist die jüngste Bereicherung unter den zur Stadtratswahl aufgestellten Parteien und verspricht allein dadurch schon viel frischen Wind für Augsburg. Die Gründer stammen, wie sie erzählen aus dem „soziokulturellen Bereich“ und sind „Kunstschaffende“ und „Veranstalter*innen“ und darauf begründet sich bereits ihre Motivation: Sie können selbst etwas bewegen. Sie sind quasi der politisch aktive Teil Augsburgs, der nicht in Parteien arbeitet. Sie wollen Politk anders machen, als es bisher geschehen ist: Sie wollen handeln. Sie wollen Politik um der Veränderung Willen machen, nicht um der Politiker Willen. Sie „bringen lieber Ideen ein, als sich auf Köpfe zu konzentrieren“. Es spielt keine Rolle, wer am Ende im Stadtrat sitzen sollte: Die Person solle Ohr und Mund der Bürger sein.

Die Polit-WG ist genau das: Eine Gemeinschaft, die sich einen Raum gleichberechtigt teilt. Sie versteht alle Mitglieder als Parteibasis und hat in diesem Sinne keine Partei“spitze“, die den Kurs vorgibt: Sie ist eine Plattform für neue, unkonventionelle Ideen und Sprachrohr für den Bürger, der nicht den Umweg über die Parteien gehen will oder kann. Manche mögen das idealistisch nennen, die Polit-WG nennt es pragmatisch und originell.

 

Das Programm

 

Acht große Punkte („Thesen“) hat die Polit-WG sich bisher auf ihren Programmzettel geschrieben – und ausdrücklich hinzugefügt, dass jeder dazu beitragen darf.

Als wichtigsten und ersten Punkt erklärt man dem Konservatismus eine Absage: „Mut zu neuen, unkonventionellen Ideen“! Und unter diesem Aspekt liest man die restlichen sieben Punkte weiter: Förderung sozialen Wohnungsbaus und allgemeiner Wohnqualitätssteigerung, massive Verbesserung der Verkehrslage für Fahrräder, Ausbau und Erhaltung des öffentlichen Sektors, Zivilklausel für Augsburger Wirtschaft, Einrichtung eines Energiebeirats und mehr Geld für sozial-kulturelle Veranstaltungen.

Neben hehren Versprechungen und Motiven bieten sie also bereits konkrete Punkte an, an welchen sie arbeiten möchten.

 

Fazit

 

Die Polit-WG verspricht viel Neues und ein ganz großes Plus ist sicherlich ihre Neuheit: Keine Skandale, keine alten Fehler, keine Messlatte der Vergangenheit, an der sie gemessen werden können. Vielleicht mag das mancher als Malus betrachten, aber eigentlich birgt eine neue Partei mit solchen Idealen viel zu gute Möglichkeiten, um sie gleich von vornherein abzuschreiben. Ob sie das links-progressive Spektrum bereichert und vergrößert, indem sie ehemalige Nichtwähler und Politikverdrossene anspricht oder eher anderen Parteien Stimmen abzieht und so diesen politischen Flügel schwächt, wird sich erst noch zeigen. Dass sie eine zu beachtende Alternative auf dem Stimmzettel darstellt, ist jedoch unbestritten.

 

– Text: Thomas Laschyk, Titelbild: Alina Brost

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Link zu ihrer Website: http://www.polit-wg.de/

Nächster Artikel: „Wen wählen wir?“ – Die Linke.

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